MEMS, Sensoren und Bildverarbeitung Vom IoT bis zur Virtual Reality

Das Internet of Things in der Realität

Natürlich ist auch das Internet of Things ein großes Anwendungsgebiet für MEMS und andere Sensoren. Sandra Pradilla von der Firma Libelium wollte mit ihrem Vortrag der Meinung entgegen treten, die Abkürzung IoT stehe für »I only Talk«. Das gelang ihr auch, indem sie eine ganze Reihe von Projekten vorstellte, in denen Libelium IoT-Ideen umsetzte.

Das spanische Unternehmen hat es sich zum Ziel gesetzt, Sensoren an die Cloud anzubinden. Dazu bietet sie verschiedene sogenannte »Plug&Sense«-Systeme an. Die kleinen Kästen ermöglichen den Anschluss aller möglichen Sensoren über analoge oder digitale Schnittstellen unterschiedlicher Art. Auch die Kommunikation kann je nach Anwendung über verschiedene Protokolle erfolgen, sei es Bluetooth, WLAN, 3G, LTE oder praktische jede beliebige andere Möglichkeit. Die Anbindung an die Cloud erfolgt entweder direkt oder über ein zwischengeschaltetes Gateway, wieder angepasst an die Bedingungen der Anwendung. Libelium arbeitet auch mit allen Cloud-Services zusammen, sei es Microsoft Azure, Amazon oder auch eigenen Servern.

Mit diesem Konzept konnte die Firma schon eine beeindruckende Zahl von Projekten verwirklichen. Dazu gehört ein System zur Überwachung Luftqualität in Glasgow, ein Verkehrsplanungsprojekt im niederländischen Dordrecht und eine intelligente Fabrik im spanischen Zaragoza. Auf der größten Goldmine Thailands überwachen Sensoren die Umgebungsbedingungen für den Schutz der Arbeiter und der Umwelt. Ihre Daten senden sie Libelium-Systemen in die Cloud. In Italien hilft Libelium bei der Kontrolle der Bodenbedingungen, Bewässerung und Düngung auf einer Kiwi-Farm. Und in Phoenix, Arizona werden die perfekten Bedingungen für die Aufzucht von medizinischem Marijuana erzeugt. Das sind nur einige Beispiele der schon umgesetzten Projekte von Libelium. In ihrem Vortrag nannte Sandra Pradilla noch einige mehr.

Virtual Reality wird wichtiger

Eines der nächsten großen Themen wird wohl der Bereich Virtual Reality/Augmented Reality (VR/AR) sein. Verschiedene Fraunhofer-Institute und das Cea Leti forschen intensiv auf diesem Gebiet. Firmen wie Airbus und EON Reality planen schon den konkreten Einsatz.

War das Thema bis vor kurzem noch vor allem für die Spiele-Industrie interessant, zeigen sich nun immer mehr Anwendungsmöglichkeiten. Vor allem in der Ausbildung liegt viel Potential. Service-Techniker können mit Hilfe von AR ihre Arbeiten deutlich schneller erlernen und erledigen. Auch die Bedienung komplexer Maschinen fällt Arbeitern einfacher, wenn sie vorher in einer VR-Umgebung trainieren konnten.

Auch in vielen weiteren Anwendungen könnte VR/AR Aufgaben erleichtern. Für eine komfortable Bedienung müssen die Systeme aber noch besser werden. Bisherige Systeme können in zwei Klassen eingeteilt werden: Die ersten beobachten den Nutzer von außen und erkennen so seine Bewegungen. Die zweite Klasse gewinnt diese Informationen über Beschleunigungssensoren, die der Nutzer direkt am Körper (beispielsweise in der VR-Brille) trägt. Erstere Systeme sind aufwendig zu installieren. Dadurch ist der Nutzer auf einen bestimmten Bereich beschränkt.

Dem gegenüber ist die zweite Klasse ohne große Probleme mobil einsetzbar. Doch für einen weiter verbreiteten Einsatz müssen die Systeme noch deutlich günstiger und genauer werden. Hier liegt die Herausforderung für zukünftige MEMS-Sensoren.