Leti koordiniert INSPEX-Projekt Vom autonomen Auto zum smarten Blindenstock

Das französische Forschungsinstitut Leti will einen smarten Blindenstock entwickeln.
Das französische Forschungsinstitut Leti will einen smarten Blindenstock entwickeln.

Die Hinderniserkennung, die in autonomen Fahrzeugen eingesetzt wird, bietet auch außerhalb des Autos nützliche Möglichkeiten. Das europäische Projekt INSPEX soll den Einsatz von LiDAR-, UWB-Radar- und MEMS-Ultraschall-Sensoren in Wearables und tragbaren Systemen ermöglichen.

Neun europäische Organisationen entwickeln unter der Leitung des französischen Forschungsinstituts Leti das INSPEX-System zur Raumerfassung und Hinderniserkennung. Die tragbaren Anwendungen und Wearables sind für die Unterstützung von Sehbehinderten und Blinden, für Roboter, Dronen und die smarte Fabrik geeignet. In Echtzeit soll die 3D-Erkennung und Lokalisierung von Hindernissen unter allen Umweltbedingungen erfolgen, auch bei Rauch, Staub, Nebel, heftigem Regen/Schnee und Dunkelheit. Das System soll inner- und außerhalb von Gebäuden unbekannte feste und bewegliche Hindernisse erkennen.

Im INSPEX-Projekt sollen LiDAR-, UWB-Radar- und MEMS-Ultraschall-Sensoren miniaturisiert und ihre Leistungsaufnahme reduziert werden, um so die Integration in das neue System zu erleichtern. Sie werden dann zusammen mit Bewegungssensoren (IMU), Umgebungssensoren, drahtloser Kommunikation, Signal- und Daten-Verarbeitung, Daten-Fusion und Benutzerschnittstellen in ein kompaktes Low-Power-System integriert.

Der INSPEX-Demonstrator soll das fertige System in einen Blindenstock integrieren. Für diese Anwendung wird ein Augmented Reality Audio Interface integriert, um über Kopfhörer ein 3D-Feedback zu geben. Dabei wird auch die Höhe des Kopfes über dem Boden mitberücksichtigen, die über einen Sensor im Kopfhörer bestimmt wird. Dadurch kann das Feedback die tatsächliche Richtung und den Abstand des Hindernisses wiedergeben. Das System kommuniziert auch mit smarten Gegenständen in der Umgebung, so wie smarte Ampeln, Navigations-Beacons und ID-Tags von IoT-Objekten. Das Smartphone des Nutzers erlaubt die Integration von weiteren Funktionen, wie zum Beispiel Navigations-Apps.