Medica und Compamed Trends in der Medizintechnik

25 Jahre Medizintechnik-Industrie
25 Jahre Compamed

Vom 14. bis 17. November 2016 fand in Düsseldorf parallel zur Medica die Compamed statt. Die Messe für Zulieferer der Medizintechnik-Industrie feierte in diesem Jahr ihr 25. Jubiläum. Über 750 Aussteller präsentierten in den Hallen 8a und 8b ihre Neuheiten.

Die Compamed-Ausstellung ist aufgeteilt in die Schwerpunkt-Bereiche Komponenten für Medizintechnik (u.a. Elektronik, Bauteile, Schläuche, Filter, Pumpen, Ventile), Materialien/Werkstoffe, Mikro- und Nanotechnologie, Auftragsfertigung „Electronic Manufacturing Services“ (EMS), komplexe Herstellungs- und Ausrüstungspartnerschaften sowie Verpackungen und Dienstleistungen. In Kombination mit der parallel stattfindenden Medizinmesse Medica wird an einem Ort die gesamte Wertschöpfungskette für Medizintechnik thematisiert – vom einzelnen Bauteil über Messverfahren zur Qualitätsprüfung bis zum steril verpackten Endprodukt. Die Compamed spricht dabei technische Einkäufer, Spezialisten aus Forschung und Entwicklung, sowie Produktionsleiter und Konstrukteure an. Die 5000 Aussteller der Medica sind also die potenziellen Kunden der Compamed-Aussteller.

Seit dem letzten Jahr findet auch die Compamed an vier Veranstaltungstagen statt und läuft damit komplett zeitgleich zur Medica. Das sorgte bei der Compamed für einen neuen Rekord mit 19.000 Besuchern.

Miniaturisierung, Digitalisierung, Vernetzung

Ein immerwährender Trend ist die Entwickung zu stets kleinerer und günstigerer Medizintechnik. Daher gehören zu den Produktneuheiten auf der Compamed kleinere und leistungsfähigere Mikrochips, Funkmodule und Energie- und Datenspeicher. In Kombination mit der voranschreitenden Digitalisierung liegen die Vorteile der Miniaturisierung vor allem auf dem Gebiet der Labormedizin. Bei Blutuntersuchungen ermöglichen heute handliche Point-of-Care-Geräte, die direkt am Patientenbett zum Einsatz kommen können, viele Funktionen, für die bisher ein Krankenhauslabor nötig war.

Die Digitalisierung (zusammen mit der Vernetzung) ist im Bereich der Medizintechnik ein großes Thema. Gerade die Nutzung von Smartphone oder Tablet wird immer wichtiger, zum Beispiel für die medizinische Bildgebung oder für kardiologische Anwendungszwecke. Nach Vorstellungen der neu gegründeten ITG-Fachgruppe „Nutzerorientierte, sichere, dynamische Systeme im Gesundheitswesen“ im VDE sollen künftig Sensoren Gesundheitsdaten zu Parametern wie Gewicht, Blutdruck, Temperatur, Aktivität oder EKG am Patienten aufnehmen und digitalisiert ins Intranet bzw. Internet übertragen. Sie machen es möglich, eine Historie über das Wohlbefinden des Patienten in verschiedenen Umgebungen darzustellen. Aus diesen gespeicherten Gesundheitsdaten lassen sich im Intranet/Internet Dienste generieren, die Handlungsempfehlungen geben, etwa sich zu bewegen oder ein Medikament einzunehmen. Sie registrieren auch, welche Maßnahme zur Verbesserung des Gesundheitszustandes beigetragen hat. So kann ein Dienst aus den gesammelten Gesundheitsdaten nach medizinischen Kriterien (Leitlinien) den Erfolg bewerten und damit die bestmögliche Therapie zur Verfügung stellen.

Ausstellung und Foren

Auch wird von der Digitalisierung und Vernetzung erwartet, dass sie hilft, Krankheiten früher zu erkennen und die Dauer von Krankenhausaufenthalten zu verkürzen. So spielt die Thematik auch auf der Compamed eine große Rolle. Viele der Neuheiten können nach Kundenwunsch angepasst werden. Das betrifft etwa Benutzerschnittstellen und die Menü-Führung medizinischer Geräte und Systeme. Dazu zählen passende Touchscreens, Displays oder auch komplexe Elektronik zur kabellosen Übertragung von Daten. Besonders im Trend bei den Kunden aus der Medizintechnik-Industrie liegen einheitliche Bedien- und Steuerungskonzepte für mehrere Systeme unterschiedlicher Baureihen. So müssen sich medizinische Anwender unabhängig von der jeweiligen Funktionalität nicht umstellen, wenn sie geräteübergreifend arbeiten.