Oszilloskope Tektronix will 30 GHz Bandbreiten-Marke übertreffen

Dave Ireland, der Technical Marketing Manager EMEA für Oszilloskope bei Tektronix: »Im Jahre 2011 werden wir Oszilloskope mit einer Bandbreite über 30 GHz herausbringen.«

Nachdem es in letzter Zeit bei den High-speed-Oszilloskop-Entwicklungen von Tektronix relativ ruhig war, lässt nun wieder eine Ankündigung aufhorchen: Mit einem bekannten SiGe-BiCMOS-Prozess von IBM will man in die Bandbreiten-Region über 30 GHz einsteigen. Geräte werden allerdings erst 2011 erwartet.

Seit über 10 Jahren arbeitet Tektronix mit IBM im Bereich der SiGe-Halbleiter-Prozess-Anwendung zusammen, vor allem, um in den High-speed-Single-shot-Oszilloskopen die Bandbreitengrenzen weiter nach oben zu verschieben. Die zuletzt vorgestellten High-speed-Scopes waren die im Jahre 2009 präsentierten Digital- und Mixed-Signal-Geräte aus der Typfamilie 70000 mit 20 GHz Single-shot-Echtzeit-Bandbreite.

Mit dem seit rund fünf Jahren bekannten 8HP-SiGe-Bipolar-CMOS-Prozess von IBM in der vierten Generation, der mit Strukturgeometrien von 130 nm arbeitet und eine Transitfrequenz von 200 GHz in den Datenblättern stehen hat, will Tektronix in den HF- bzw. Wandler-Stufen demnächst die 30-GHz-Marke überspringen.

»Wir arbeiten seit sehr langer Zeit mit IBM im Bereich der Halbleitertechnologie zusammen«, so Dave Ireland, der Technical Marketing Manager EMEA für Oszilloskope bei Tektronix, »und wir werden den SiGe-Prozess nun nutzen, um dem Anwender über 30 GHz an Bandbreite anzubieten. Der Vorteil im Vergleich mit exotischen Materialien wie Indiumphosphid oder Galliumarsenid ist dabei, dass wir das gleiche Substrat wie bei der bewährten Silizium-Halbleiter-Technologie nutzen können.«

Um wieviel die 30-GHz-Marke allerdings übertroffen werden wird, war bislang nicht zu erfahren.

Agilent Technologies ist übrigens mit den Infiniium-90000-X-Scopes bereits bei 32 GHz mit einem speziellen Indiumphosphid-Prozess in den HF-relevanten Stufen, der heuer präsentiert wurde.

LeCroy ist bei 30 GHz mit den 8Zi-Oszilloskopen angelangt - bei diesen kommt allerdings ein Mischer-Konzept zum Einsatz, welches das interessierende höchste Frequenzband für die Wandlerstufen zunächst heruntermischt (Bandwidth Interleaving). Angekündigt hat LeCroy aber bereits, dass Scopes bis 45 oder gar 60 GHz mit diesem Mischer-Verfahren in Entwicklung seien.