Sensor+Test Schneelasten und Erdfälle messen

Die Hochschule Mittweida stellt auf der Sensor+Test in Nürnberg ein neues Mess-System zur Beobachtung von Bodenbewegungen und Belastungen von Bauwerken vor. Damit können beispielsweise die Schneelasten auf großen Hallen oder Erdbewegungen unter Bahnstrecken gemessen werden.

Als Sensoren werden bei dem neuen Mess-System Lichtwellenleiter-Kabel eingesetzt, die zusammen mit der Messelektronik ein sogenanntes faseroptisches Extensometer bilden. Wie bei einem mechanischen Extensometer werden die Längenänderungen der Sensorkabel kontinuierlich auf Mikrometer genau überwacht. Die Sensorkabel haben Längen zwischen wenigen Metern und einigen hundert Metern.

Die Technik kommt ohne die sonst eingesetzten preisintensiven FBG (Faser-Bragg-Gitter) aus. Im praktischen Einsatz hat sich die Technologie als wesentlich robuster gegenüber anderen faseroptischen Verfahren (FBG-Technik, Rayleigh- bzw. Raman-Technologien) gezeigt.

Die Technik wurde auch an mehreren Beispielen getestet: Zum Beispiel wurden die Möglichkeiten beim Schneelast-Monitoring in drei Hallen in Mittweida und Moxa demonstriert. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Überwachung von Bodenbewegungen. In einem Tagebau wurden so die Bodenbewegungen bei der Überfahrt eines Abraumbaggers gemessen. Seit Ende 2014 wird ein Streckenabschnitt der Eisenbahn überwacht, in dem es in der Vergangenheit zu Erdfällen kam.