NIWeek 2015 National Instruments eröffnet Entwicklerkonferenz mit Produktfeuerwerk

In Austin, Texas, hat CEO und Firmengründer „Dr. T“ James Truchard die NIWeek 2015 eröffnet. Vor fast 4.000 Teilnehmern wurden in einer fast 2-stündigen Keynote quasi aus allen Produktbereichen Neuigkeiten präsentiert.

Die erste Neuigkeit ist LabVIEW 2015 vor, die neueste Version der Systemdesignsoftware LabVIEW. Diese wurde insbesondere hinsichtlich der Ausführungsgeschwindigkeit optimiert (Compileroptimierung), dazu gibt es neue Tastenkombinationen für schnelleren Zugriff auf Funktionen der Entwicklungsumgebung und erweiterte Funktionen zur Fehlersuche.
Große Bibliotheken werden bis zu achtmal schneller geöffnet, gängige Programmieraufgaben schneller ausgeführt dank sieben neuer zeitsparender Plugins, die durch einen Klick mit der rechten Maustaste genutzt werden. Dazu können eigene zusätzliche Plugins entwickelt werden, um die Produktivität zu steigern.
Auch Fehler am Programmcode sollen schneller behoben werden können: Arrays und Strings können in Sonderüberwachungsfenstern mit automatischer Skalierung untersucht und die Ergebnisse dank Hyperlinks und Hashtags in Kommentaren dokumentiert werden. Um Programmcode schneller verteilen zu können, können die oft zeitraubenden FPGA-Kompilierungen an den LabVIEW FPGA Compile Cloud Service ausgelagert werden.
Man hat jetzt ein Jahr Zugriff auf Software- und Trainingsressourcen im Rahmen der anwendungsspezifischen Suites.
Die neue Version wird durch Neuerungen im LabVIEW Tools Network vervollständigt, das durch neues IP von NI und Drittanbietern ergänzt wurde. Das neue Advanced Plotting Toolkit von Heliosphere Research stattet Entwickler mit programmatischen Darstellungswerkzeugen aus, mit der sich Daten noch professioneller darstellen lassen. Das RTI DDS Toolkit von Real-Time Innovations ermöglicht Anwendungen für das Internet der Dinge mit skalierbarer Peer-to-Peer-Datenübertragung. Außerdem sind nun die anwendungsspezifischen Bibliotheken LabVIEW Biomedical Toolkit, LabVIEW GPU Analysis Toolkit und LabVIEW Multicore Analysis and Sparse Matrix Toolkit kostenfrei verfügbar. Eine Evaluierungsversion von LabVIEW 2015 ist kostenlos auf NIs Website herunterladbar.

Wireless-Testsystem für fast jeden Funkstandard

NI stellt heute weiterhin das sogenannte Wireless Test System (WTS) vor. Auf Basis der PXI-Plattform bietet das WTS eine durchgängige Plattform für das Testen mehrerer Standards und mehrerer Prüflinge mit jeweils einem oder mehreren Anschlüssen. Zusammen mit Software zur Entwicklung von Testplänen wie dem TestStand Wireless Test Modul können Hersteller die Auslastung ihrer Messgeräte wesentlich verbessern, indem sie mehrere Prüflinge parallel testen. Wegen seiner integrierten Ansteuerung der Prüflinge, den Mechanismen zur dezentralen Automatisierung sowie fertiger Testpläne für Chipsätze von Herstellern wie Qualcomm und Broadcom lässt sich das WTS einfach in eine Fertigungslinie integrieren. Aufgrund dieser Besonderheiten verzeichnen Anwender beträchtliche Effizienzsteigerungen bei der Nutzung ihrer RF-Prüfgeräte und weitere Senkungen der Testkosten.
Das WTS ist das neueste System von NI, das auf der PXI-Hardwareplattform mit Multicore-CPUs und FPGAs sowie der Software LabVIEW und TestStand basiert (vergleichbar mit dem Semiconductor Test System, das 2014 auf den Markt gebracht wurde). Es unterstützt folgende Funkstandards: Wi-Fi 802.11a/b/g/n/ac, Bluetooth und Bluetooth LE, GPS, FM/RDS und LTE-A/LTE/HSPA+/WCDMA/TD-SCDMA/CDMA2000/EDGE/GSM.
WTS ist für Produktionstests von WLAN Access Points, Mobilfunkgeräten und Infotainment-Systemen sowie für Produktionstests aller möglichen anderen Geräte ausgelegt, in die z. B. Mobilfunk-, WLAN- oder Navigationsfunktionen integriert sind. Die im WTS verwendete SDR-Technologie des PXI-Vektorsignal-Transceivers – ein PXI-Instrument, das einen Vektorsignal-Generator – und Analysator mit einem FPGA zusammenführt - ermöglicht bessere HF-Leistungsmerkmale bei Produktionstests und schafft eine Plattform, die flexibel an die wechselnden Anforderungen an HF-Tests angepasst werden kann (Bild). Die Ethernet-Schnittstelle stellt die Verbindung zum PC dar.
Das WTS beinhaltet Voll-Duplex-H –Ports, die für MIMO, Multistandard- und Multi-DUT-Tests konfiguriert warden könen. Software-defi nierte Mess-IP soll die Kompatibilität auch zu zukünftigen Funkstandards sicherstellen.
Das System liefert bis zu 200 MHz Bandbreite, 65 MHz bis 6 GHz Frequenzbereich, TCXO, OCXO und Anschluß von externen Oszillatoren und eine SCPI-Schnittstelle über Ethernet.

Neue CompactDAQ-Controller für smarte Messanwendungen

Für “smartere” Mess- und Datenmanagement-Anwendungen präsentierte NI zwei neue 4- und 8-Slot-CompactDAQ-Controller mit einem Quad-Core-Intel-Atom-Prozessoren, ein 14-Slot-USB 3.0-CompactDAQ-Chassis sowie zwei Software-Pakete DIAdem 2015 und DataFinder Server Edition 2015.
Die 4- and 8-Slot-CompactDAQ-Controllers basieren auf Intels Atom-Prozessor E3845 mit vier Silvermont-CPUs, die mit jeweils 1,91 getaktet werden. Programmiert werden die Controller mit LabVIEW 2015, man kann als Betriebssystem entweder Windows Embedded 7 oder NI Linux Real-Time einsetzen. Dazu kommen 32 GB nichtflüchtiger Speicher und eine SD-Card-Slot für Daten-Aufzeichnungen und embedded Überwachungs-Anwendungen, mehr als 60 Sensor-spezifische I/O-Module mit integrierter Signalaufbereitung, zwei integrierte USB- und Gbit-Ethernet-Ports, RS232 und Triggereingänge.
Das USB 3.0-CompactDAQ-Chassis soll Anwendern helfen, ihre Messsysteme für Anwendungen mit mehr Kanälen hochzuskalieren, ohne – dank USB 3.0. - die Datenrate zu reduzieren. Dank 14 Slots können mehr I/O-Module des Typs C in ein einziges System verbaut warden, die Übertragungsrate beträgt über 250 MB/s. Bereits existierender DAQmx-Code kann hochskaliert werden.
NI stellte weiterhin die Datenanalyse-Software DIAdem 2015 vor, die jetzt als 64-bit-Code ausgeführt ist. Eine weitere Software DataFinder Server Edition 2015 erlaubt laut NI dank Multistep-Querying ein schnelleres Auffinden von Daten in über die ganze Welt verteilten Servern. Dazu gibt es erweiterte Daten-Visualierungsmöglichkeiten und Analysefunktionen.

Neue CompactRIO-, FlexRIO- und Single-Board-RIO-Controller für smarte Industriesysteme

Last but not least zeigte NI auch neue Embedded-Systeme auf Basis offenen und rekonfigurierbaren LabVIEW-I/O-Architektur (RIO). Im Detail sind dies die CompactRIO-Controller für Integratoren von Industrieanwendungen, FlexRIO-Controller für High-Performance-Embedded-Anwendungen und Single-Board-RIO-Controller für maximale Flexibilität. Allen Drei ist gemeinsam, dass sie Intel-CPUs mit FPGAs von Xilix zusammenführen. Sie warden unterstützt von LabVIEW-Software, dem LabVIEW-FPGA-Modul und NIs 64-bit-OS Echtzeit-Linux, das nunmehr auf dem um Security-Erweiterungen ergänzten Linux aufsetzt, das für industrielle IoT-Anwendungen um diverse Sicherheitsmechanismen erweitert wurde.
Der CompactRIO-Controller beinhaltet Intels Prozessor Atom E3800 in einer Quad-Core-Ausführung, die mit 1,91 GHz getaktet wird. Dazu kommt für parallele Berechnungen über mehrere Kanäle ein Kintex-7-FPGA von Xilinx z.B. für komplexe Filter- und Steuerungsalgorithmen. Mit dem sogenannten “Secure Digital storage” kann der Anwender festlegen, wie er Daten speichern und verwalten und wie er auf sie zugreifen will.
Das im FlexRIO verbaute Kintex-K410T-FPGA beinhaltet mehr als 406.000 Logikelemente, 28.620 Kbit Block-RAM, 1.540 DSP-Blöcke sowie 32-GTX-Receiver mit jeweils bis zu 12,5 Mbit/s Datendurchsatz. Dazu kommt ein PCIe-Port, der eine Bandbreite von bis zu 3,2 GB/s ermöglicht.
Auf dem Single-Board-RIO-Controller ist das SoC Zync von Xilinx verbaut, auf dessen ARM-CPUs des Typs Cortex-A9, die mit 667 MHz getaktet sind, das NI Linux Real-Time läuft.