Oszilloskoptechnik Mixed-Domain - eine neue Scope-Gerätekategorie

Markieren eine neue Gerätekategorie: Mixed-Domain-Scopes von Tektronix. Sie stellen die Zeitbereichs-Domäne eines (Logik- oder Analog-) Oszillogramms und die Frequenzbereichs-Domäne einer Spektraldarstellung in einen genau korrelierten Zusammenhang.

Den Zeit- und Frequenzbereich gleichzeitig und völlig korreliert untersuchen: Tektronix stellte jetzt eine neue Scope-Gerätekategorie vor, die „Mixed-Domain-Oszilloskope“ (MDO). Sie kombinieren die Diagnose-Funktionen eines Labor-Oszilloskops (4-Kanal-Analog- plus 16-Kanal-Logikscope) sowie eines 6-GHz-Spektrumanalysators auf bisher so nicht realisierte Weise in einem einzigen Gerät.

Herkömmliche Laboroszilloskope der gehobenen Kategorie können sehr häufig neben dem normalen Oszilloskop-Modus zwar auch eine FFT-bzw. Spektrumanalyse-Funktion aufbieten, leider allerdings meist in einem sehr rudimentären Modus, der langsam arbeitet und keinerlei zeitliche Korrelation zwischen dem Zeit-und Frequenzbereich zulässt. D.h., ein auf diese Weise erfasstes Frequenzspektrum muss keinesfalls den Zustand repräsentieren, den eine ebenfalls aufgezeichnete analoge Kurvenform vermuten lässt – für präzise Fehleranalysen ist das meist wenig hilfreich.

Und auch Oszilloskop-Spektrumanalysator-Kombinationen aus zwei separaten Stand-alone-Geräten wurden bislang genutzt - doch hier fehlte ebenfalls meist die exakte Zeitkorrelation zwischen Oszillogramm und Spektrum; man wusste also nicht, welchem Zeitpunkt (bzw. kurzem Zeitbereich) in einem aufgezeichneten Scope-Kurvenverlauf ein bestimmtes Frequenzspektrum zuzuordnen war. Ebenso wenig hilfreich für genaue Analysen.

Dabei ist die Spektrumanalyse-Funktion eine sehr häufig genutzte: Über 60 % der Scope-Anwender schalten zusätzlich einen Spektrumanalysator ein, wenn es um die Behebung von HF-Problemen geht (und die meisten Analysen selbst in den einfacheren Schaltungen sind heutzutage HF-Probleme). Letztlich müssen also im Zeit- und Frequenzbereich exakt zeitkorrelierte Analysen durchgeführt werden.

Insofern stellt die von Tektronix unter der Bezeichnung MDO4000 entwickelte Geräteserie eine beachtenswerte Innovation dar, weil sie derartige Analysen unkompliziert erlaubt und in den allermeisten Fällen die zusätzliche Beschaffung eines Spektrumanalysators überflüssig macht.

In den MDO-Geräten sind vier analoge und im Mixed-Signal-Modus zusätzlich 16 digitale Kanäle sowie ein spezieller HF-Kanal verfügbar, der bis maximal 6 GHz ausgelegt ist und mit einer Erfassungsbandbreite bis über 1 GHz aufwarten kann. Die Spektraldarstellung (mit einem Dynamikbereich von 60 dB) wie auch die normale analoge Signaldarstellung kann aus jeder verfügbaren Quelle geräteintern in vielen Varianten getriggert werden, so dass sich umfassende Auswertemöglichkeiten ergeben.