Rechnergestützte Messtechnik Messtechnik und Tablet-­Computer - was wird daraus?

Fast jeder nutzt heute schon Tablet-Computer – ob zum Surfen unterwegs, zum Mail-Bearbeiten, zum Lesen eines Buches, für das Banking oder zum Navigieren. Kann man diese praktischen „Bildschirme mit eingebautem Rechner“ denn nicht auch in der Messtechnik nutzen? Wir fragten einige Fachleute der Branche.

Praktisch sind sie ja, diese doch sehr leistungsfähigen Rechner, die vor allem mit relativ großem Bildschirm, mit einer intuitiven Finger-Bedienung und mit guter Akku-Laufzeit aufwarten können. Aber auch die „Connectivity“ mit Kurzstrecken-Wireless-Standards wie Bluetooth und mit reichweitenstärkeren WLAN- bzw. Mobilfunk-Anbindungen machen sie vielleicht auch in der Mess- und Prüftechnik einsetzbar. All die Eigenschaften, die eine sehr gute Mobilität geradezu fördern – wären die nicht ideal zur Messwertdarstellung, zur Fernbedienung oder gar zur Programmierung von Messtechnik-Routinen? Doch die Meinungen sind ebenso unterschiedlich wie – daraus resultierend – gleichermaßen auch hoch interessant. Man wird diese Anwendungsmöglichkeiten der Tablet-Computer auf jeden Fall die nächsten Jahre weiter beobachten müssen. Denn Einsatzmöglichkeiten in der Mess- und Prüftechnik gibt es auf jeden Fall. Der Grund: Mess- und Prüftechnik ist heute immer auch mit Kommunikationstechnik verbunden – und in diesem Bereich sind die Tablets mit ihren Wireless-Fähigkeiten wirklich gut aufgehoben.

Doch die ganze Wireless-Funkerei – so gut sie auch für die Mobilität und die Überall-Erreichbarkeit ist – hat auch einen Nachteil: Sie arbeitet mit HF-Feldern, die gerade für die Messtechnik relevante Störungen verursachen könnten. Denn oftmals wird da mit kleinsten Spannungs- oder Strompegeln gearbeitet, das Ganze oft bei hohen Impedanzen (wegen geringer Belastungswerte). Schnell ist da eine Einstrahl-Störung provoziert und ein Messwert verfälscht. Mag man auch die HF- und Digital-Elektronik im Inneren eines Tablet-Rechners (Digital-Elektronik ist ja heute nichts anderes mehr als HF-Technik wegen der steilflankigen Impulsverarbeitung) auch noch so gut abschirmen können – irgendwann muss das elektromagnetische Feld hinaus in die Umgebung, und da warten, wie in der Messtechnik meist üblich, hochempfindliche Sensoren oder Messwertwandler. Und deren Parameter dürfen nicht verfälscht werden.
Wie dem auch sei: Die technischen Herausforderungen lassen sich bewältigen, und man wird sehen, wie sich dieser Zweig der „messtechnischen Nutzung von Tablets“ weiterentwickelt.
Übrigens: Smartphones sind technisch auch nichts anderes als Tablet-Computer, nur eben immer auch mit einem Telefonie-Teil und immer mit einem viel kleineren Bildschirm. Und diese Geräte-Kategorie wird in begrenztem Umfang auch Aufgaben in der Messtechnik übernehmen können, die evtl. ein Tablet erledigen kann. Doch die Miniaturisierung schränkt das Anwendungsfeld für Smartphones in diesem Bereich doch recht ein.

Hier also zu diesem Thema die Meinungen von Fachleuten aus der Messtechnik-Branche (Firmennamen in alphabetischer Reihenfolge). Zu beachten ist dabei, dass aktuelle Entwicklungen, die in den einzelnen Unternehmen eventuell bereits angelaufen sind, aus Wettbewerbsgründen in den folgenden Statements mit größter Wahrscheinlichkeit nicht auftauchen.