70 Jahre Novotechnik Meilensteine in der Weg- und Winkelmesstechnik

Das Produktionsgebäude der Firma Novotechnik.
Das Produktionsgebäude der Firma Novotechnik.

2017 blickt der Sensorik-Spezialist Novotechnik auf 70 Jahre Firmengeschichte zurück. Am Beispiel des Unternehmens lässt sich nachverfolgen, wie sich die Weg- und Winkelmesstechnik in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat.

Elektronik ist heute ein fester Bestandteil des alltäglichen Lebens. Doch der Weg vom ersten funktionsfähigen Bipolar-Transistor in den 1940er Jahren über den ersten Internetzugang Anfang der 1980er Jahre bis hin zu den heutigen Smartphones, kontaktloser Sensorik und dem allgegenwärtigen Thema Industrie 4.0 ist lang. Viele Unternehmen und auch Fachmedien wie die Elektronik waren an unzähligen, teilweise bahnbrechenden Neuerungen, ihrer Vermarktung und der Berichterstattung darüber beteiligt. Immer wieder machten Pioniertaten von sich reden und prägten den weiteren Fortschritt.

So auch das im schwäbischen Ostfildern ansässige Unternehmen Novotechnik. Die Firma wurde 1947 als Familienunternehmen gegründet und gehört seit 1984 zur Siedle-Gruppe. Seit der Gründung hat sich das Unternehmen kontinuierlich weiterentwickelt und viele Meilensteine in der Weg- und Winkelmesstechnik gesetzt.

 

So auch das im schwäbischen Ostfildern ansässige Unternehmen Novotechnik. Die Firma wurde 1947 als Familienunternehmen gegründet und gehört seit 1984 zur Siedle-Gruppe. Seit der Gründung hat sich das Unternehmen kontinuierlich weiterentwickelt und viele Meilensteine in der Weg- und Winkelmesstechnik gesetzt.
So wurden Ende der 1950er Jahre Potenziometer, die bis dahin für Steuerungsaufgaben nur in der Luftfahrt und in militärischen Anwendungen gebräuchlich waren, erstmals auch im allgemeinen Maschinenbau erfolgreich eingesetzt (Bild 1 und 2).

Außerdem entwickelte das schwäbische Unternehmen einen schwingungsgedämpften Schleifer, der erstmalig bei Potenziometern zuverlässig messbare Verstellgeschwindigkeiten über 25 m/s erlaubte. Die Festlegung verbindlicher Gütekriterien für Potenziometer-Genauigkeit und -Lebensdauer waren weitere Schwerpunkte der Forschungsarbeit.

Zu den Entwicklungen, die die Weg- und Winkelmesstechnik weiter voranbrachten, gehörten aber auch spezielle Präzisionslager aus wartungsfreiem Kunststoff, Leitplastik-Potenziometer mit äußerst geringem Anlaufdrehmoment oder Varianten, die direkt auf Leiterplatten-Substraten aufgedruckt wurden.

 

Ende der 1960er Jahre entwickelte Novotechnik als erstes europäisches Unternehmen das Leitplastik-Pressverfahren und stellte Anfang der 1970er Jahre komplett auf Leitplastik-Potenziometer um, vor allem weil sie durch mechanische und elektrische Robustheit, einen großen Betriebstemperaturbereich und ein günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis in vielen Anwendungsbereichen überzeugten. In diese Zeit fiel auch die Entwicklung eines international anerkannten Linearitätstrimmsystems für Leitplastik-Potenziometer. Potenziometer, die nach den entsprechenden Kriterien definiert sind, können ohne weitere Justierung eingebaut werden; eine nachträgliche Systemtrimmung in der Maschine oder Anlage ist nicht mehr notwendig.

Auch heute sind Leitplastik-Potenziometer noch ein wichtiges Standbein. Schließlich sind vor allem in der Kraftfahrzeugtechnik hochwertige Lösungen gefragt, die nicht nur im Hinblick auf Auflösung und Genauigkeit überzeugen, sondern vor allem auch im Preis. In den vergangenen 20 Jahren wurden allein für Drosselklappensteller 70 Millionen Leitplastik-Potenziometer (DV-E5) an Robert Bosch ausgeliefert (Bild 3). Im praktischen Einsatz gab es bis heute keinen einzigen Feldausfall. Die kundenspezifisch gefertigten Potenziometer erfassen die Ist-Position und haben gemeinsam mit ihren Fahrzeugen Billionen an Kilometern ohne Beanstandungen zurücklegt.