Sensorik auf der Electronica Kleine Sensoren, große Möglichkeiten

Bild 1. Der Gestensensor von ams wurde in diesem Jahr mit dem Österreichischen Staatspreis ausgezeichnet.
Bild 1. Der Gestensensor von ams wurde in diesem Jahr mit dem Österreichischen Staatspreis ausgezeichnet.

Auf der Electronica in München spielt natürlich auch die Sensorik eine große Rolle. Vor allem in Halle B1, aber auch in anderen Hallen präsentieren die Hersteller ihre Neuheiten. Wir stellen Ihnen die wichtigsten vor.

Bei ams (Halle A5, Stand 107) können Besucher durch einfache und verständliche Demonstrationen die komplexen Funktionen der ams-Sensoren erfassen. So ermöglicht eine interaktive Demo, spielerisch die Anwendungsfelder der Sensoren zu erleben. Diese Demo enthält den mit dem Österreichischen Staatspreis ausgezeichneten Gestensensor (Bild 1) und den ams-Biosensor, mit dem man seine Herzfrequenz messen kann.

Daneben stellt ams einen neuen Umweltsensor für Luftqualitätsmessungen mit den Parametern Feuchtigkeit, Temperatur und genaue Messung flüchtiger organischer Verbindungen vor. Auch das NanEye (Bild 2), ein sehr kleiner (1 × 1 × 1,6 mm3) Kamerakopf für endoskopische Untersuchungen, wird am Stand zu sehen sein.

Außerdem zeigt ams am Stand den Jencolor-Multi-Spektral-Sensor, der unter anderem über 90 verschiedene Wasserqualitätsparameter messen kann. Dieser Sensor wurde von der Firma Mazet entwickelt, die ams vor Kurzem gekauft hat. Die Sensoren von Mazet sind auch am eigenen Stand der Firma zu sehen: Halle B1, Stand 419.

Omron Electronic Components Europe stellt in Halle B1 an Stand 575 eine verbesserte Version des HVC-Moduls (Human Vision Component) vor. Mit diesem Modul (Bild 3) lassen sich Gesichtserkennungsfunktionen in eingebettete Systeme aller Art integrieren. Das Modul vereint zehn wesentliche Bilderfassungsfunktionen und eine Kamera in einer sehr kompakten Baugröße. Das neue HVC-P2 ist deutlich zuverlässiger als das existierende Modul und antwortet auch schneller. Kenntnisse seitens des Kunden über den optischen Aufbau oder die zugrundeliegenden Algorithmen sind nicht notwendig. Es genügt, die Ausgangswerte an der USB- oder UART-Schnittstelle abzulesen.

Neu ist bei Omron auch ein Staubsensor, der 1 µm winzige Partikel erkennen kann. Solche Staubteilchen sind über 50 % kleiner, als der PM2,5-Standard für Feinpartikel in der Luft vorsieht. Der neue Staubsensor zeichnet sich durch einen hohen Luftdurchsatz aus, was seine Reaktionsempfindlichkeit gegenüber Umweltveränderungen erhöht.

Ein weiteres am Omron-Stand gezeigtes Sensorprodukt ist der kürzlich vorgestellte Omron B5W Light Convergent Reflective Sensor. Dieser Baustein erkennt Objekte zuverlässiger als allgemeine Reflexionslichtschranken und auch schwierige Zielobjekte mit reflektierenden, lichtdurchlässigen, diffusen oder schwarzen Oberflächen.

Murata stellt auf der Electronica sogar an zwei Ständen aus: Am Hauptstand in Halle B5 an Stand 107 und an einem Messestand für Power- und Energie-Techniken in Halle A2, Stand 547. An beiden Ständen werden Demonstrationen und neue Produkte zu sehen sein, die auf einer Vielzahl von Konzepten für den Einsatz in Automotive-, Consumer-, Healthcare-, Industrie-, Security- und Energie-Anwendungen basieren.

In den Demonstrationen geht es um MEMS-Sensoren für den Healthcare-Bereich, Industrie- und Automotive-Applikationen, IoT-Konnektivität und Sensor-Vernetzung, Energiemanagement sowie RFID-Lösungen für Industrie-4.0-Anwendungen im Zusammenhang mit Leiterplatten. Murata präsentiert dabei seine Produktpalette, unter anderem mit Konnektivitäts-Modulen, Power-Produkten und MEMS-Sensorprodukten, die auf der Messe neu vorgestellt werden.

Am Stand 206 in Halle B1 stellt Sensirion seine Sensoren vor. Darunter ist zum Beispiel die kürzlich erweiterte SDP3x-Serie. Der Differenzdrucksensor (Bild 4) ist mit 8 × 5 × 5 mm3 nach Herstellerangaben der kleinste auf dem Markt. Dadurch kann er auch in neuen Anwendungen verwendet werden, in denen bisher kein Platz für einen Sensor war. Der SDP3x hat eine sehr schnelle Ansprechzeit von 2 kHz bei 16 bit Auflösung. Die neuen Sensoren SDP32 und SDP37 liefern genaue Messergebnisse im bidirektionalen Flussbereich bis zu 125 Pa. Über den ADDR-Pin sind beim digitalen SDP32 bis zu drei I2C-Adressen auswählbar. Der analoge SDP37 besitzt wie der SDP36 ein konfigurierbares Ausgangssignal. Dabei kann mit dem einen Pin die Ausgangskurve (Linear oder Root Square) gewählt werden und mit dem anderen Pin die Latenzzeit (geringe Latenzzeit oder bestes Signal-Rausch-Verhältnis).

Auch bei den WLCSP-Feuchtesensoren (Wafer-Level Chip-Scale Package) gibt es eine neue Version: Der SHTW2 ist mit 1,3 × 0,7 × 0,5 mm3 nur ein Siebtel so groß wie ein vergleichbarer DFN-Feuchtesensor. Der Sensor ist vollständig kalibriert und deckt einen Feuchtemessbereich von 0 % RH bis 100 % RH und einen Temperaturmessbereich von –30 °C bis +100 °C ab. Durch die Betriebsspannung von 1,8 V und die niedrige Stromaufnahme eignet sich der Sensor für die Integration in der Unterhaltungselektronik – etwa bei Mobiltelefonen, Wearables oder Anwendungen im Bereich Internet of Things (IoT).

Auch kleinere und mittlere Unternehmen, für die sich ein eigener Stand auf der Electronica nicht rechnen würde, können trotzdem dort ausstellen. Dazu gibt es wieder einen Gemeinschaftsstand des AMA-Verbands für Sensorik und Messtechnik in Halle B1, Stand 231. Zu den Ausstellern dort gehören unter anderem die Firmen All Sensors, AMSYS, Innovative Sensor Technology IST, smartGAS und Variohm.