EMV-/HF-Messtechnik HF-Felder auf ganz neue Art untersuchen

HF-Zeitverlaufs- und Feldstärke-Untersuchungen in bislang nicht gekannter Weise erlaubt nun das »Selective Radiation Meter SRM-3006«

Das »Selective Radiation Meter SRM-3006«, ein Messgerät für elektromagnetische Felder im Bereich von 9 kHz bis 6 GHz, erlaubt nun HF-Zeitverlaufs- und Feldstärken-Untersuchungen z.B. von Mobilfunk- oder WLAN-Signalen in bislang nicht gekannter Weise.

Die dazu implementierte Betriebsart nennt sich »Scope-Modus«, und mit ihr stellt das Gerät den Zeitverlauf eines frequenzselektiv erfassten Signals in Echtzeit dar. Wie bei einem Oszilloskop lassen sich Impulslängen und Periodendauern ausmessen und Trigger setzen.

Die einstellbaren Zeitintervalle reichen von 24 Stunden bis zu Mikrosekunden; die Auflösung geht gar herab bis in den Nanosekunden-Bereich. Damit lassen sich sowohl Langzeitbeobachtungen von einzelnen Funkkanälen z.B. über den Tagesverlauf durchführen als auch kürzeste Impulse z.B. von Radaranlagen erfassen.

Die Kombination von frequenzselektiver Messung und zeitlicher Darstellung erschließt Möglichkeiten, die weder eine reine Spektrumanalyse noch eine einfache zeitliche Messung bieten: In unbekannten Multi-Frequenz-Umgebungen kann man die Art der Feldquellen erkennen, indem man eine im Spektrum dargestellte Frequenzlinie markiert und dann auf »Scope« wechselt, um den Zeitverlauf zu betrachten, der bei mobilen Kommunikationsdiensten wie WiFi, WLAN, WiMAX oder DECT jeweils typische Charakteristika aufweist.

Die Frequenz-Auflösungsbandbreite (RBW) lässt sich zwischen 40 kHz und 32 MHz einstellen; das ist genug, um z.B. einen gesamten WiMAX-Kanal zu erfassen. Bei bekannten Signalen wie z. B. von GSM-Mobilfunkstationen können Betreiber einen einzelnen Verkehrskanal (TCH) mit 200 kHz Bandbreite selektieren und die Auslastung der einzelnen Zeitschlitze innerhalb des Frequenzkanals ausmessen.

Bei Funkstandards wie z.B. ZigBee, Bluetooth oder anderen ISM-Funkdiensten erfasst das Gerät die echten Feld-Spitzenwerte auch bei komplizierten Signalüberlagerungen.

Ansonsten misst das SRM-3006 gleichzeitig Mittelwerte, Effektivwerte und Spitzenwerte, aus deren Verhältnis zueinander weitere Rückschlüsse auf die Art der Feldquellen gezogen werden können. Alle Ergebnisse zeigt das Gerät wahlweise in physikalischen Größen wie Feldstärke (V/m, A/m), Leistungsdichte (W/m², mW/cm²), in logarithmischen Größen (dBµV) oder direkt in Prozent des zulässigen Grenzwerts an. Dazu sind die Bewertungskurven aller gängigen Sicherheitsstandards im Gerät gespeichert.

Das Gerät arbeitet mit eigenen Messantennen, akzeptiert aber auch Messantennen anderer Hersteller, z. B. sog. Schnüffelsonden, wobei sich die Kalibrierdaten per Software auf das Gerät übertragen lassen.

Der Einsatzbereich erstreckt sich letztlich von Sicherheitsuntersuchungen im Nahfeld von Langwellensendern über Messungen an Rundfunk- und TV-Sendern bis zu Expositionsmessungen an mobilen Kommunikationsdiensten der jüngsten Generation.