Innovationstag Mittelstand Förderung für den forschenden Mittelstand

Miniaturisierte Funkschnittstelle integriert in eine schluckbare Kapsel zur Blutungsdiagnose.
Miniaturisierte Funkschnittstelle integriert in eine schluckbare Kapsel zur Blutungsdiagnose.

Am 11. Juni findet in Berlin der 22. Innovationstag Mittelstand statt. Kleine und mittlere Unternehmen stellen ihre Produkte vor, die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wurden, unter anderem ein schluckbares Funksystem für medizinische Untersuchungen.

Auf der Leistungsschau des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) stellen vor allem kleine und mittlere Unternehmen aus dem gesamten Bundesgebiet rund 200 neue Produkte, Technologien und Dienstleistungen vor, deren Entwicklung durch Förderprogramme des Ministeriums unterstützt wurde. Daneben wollen die Aussteller auch Kontakte zu künftigen Kooperationspartnern knüpfen und in den Dialog mit Vertretern großer Unternehmen treten. Auf dem Parkgelände der ausrichtenden AiF Projekt GmbH in Berlin-Pankow werden zudem zahlreiche Vertreter aus Politik und Gesellschaft erwartet.

Ein Beispiel für die Förderprogramme des Ministeriums ist das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM), das Branchen- und technologieoffen konzipiert wurde. Bislang wurden für rund 29.000 Forschungs- und Entwicklungsprojekte nahezu vier Milliarden Euro Fördermittel bewilligt. Allein für die Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK) liegt das Bewilligungsvolumen bei knapp 420 Millionen Euro (Stand April 2015). Das ZIM wird mit erhöhtem Budget und optimiertem Regelwerk bis 2019 fortgeführt.

Unter den Ausstellern auf dem Innovationstag ist unter anderem die Ovesco Endoscopy AG. Sie präsentiert unter anderem eine miniaturisierte Funkschnittstelle zur zuverlässigen drahtlosen Datenübertragung aus dem menschlichen Körper. In zweijähriger Forschungsarbeit wurde ein Funksystem entwickelt, das klein genug für die Integration in eine schluckbare Kapsel ist. Das System arbeitet bidirektional und ermöglicht Datenraten von bis zu 500 Kilobit pro Sekunde. Im Rahmen des Projekts wurde die miniaturisierte Funkschnittstelle zusammen mit einem optischen Blutungssensor in eine schluck- bzw. implantierbare Kapsel integriert und erprobt. Die Kapsel soll in Zukunft bei Verdacht auf akute Blutungen im oberen Verdauungstrakt eingesetzt werden. Zum Jahreswechsel 2015/16 soll mit der Markteinführung begonnen werden.