Kommentar von Rahman Jamal, NI Disruptiv denken

Rahman Jamal ist Global Technology & Marketing Director bei National Instruments.
Rahman Jamal ist Global Technology & Marketing Director bei National Instruments.

Durch die zunehmende Digitalisierung entstehen in der Indus­trie mit steigendem Tempo neue Anwendungen und Geschäftsfelder. Was bedeutet in diesem Zusammenhang »Disruption«? Und wie kann ihre Anwendung der Mess-, Prüf-, Steuer- und Regeltechnik helfen, mit neuen Entwicklungen mitzuhalten?

Steve Jobs sagte einmal sinngemäß: „Technologie alleine ist nichts. Wichtig ist, dass man den Glauben an den Menschen nicht verliert, dass er grundsätzlich gut und intelligent ist und dass er, wenn man ihm Werkzeuge an die Hand gibt, wundervolle Dinge damit anstellt.“ In der Tat können Ingenieure und Wissenschaftler mit Hilfe der Technologie Gutes und Sinnvolles zustande bringen. Möglichkeiten gäbe es genügend, denn wir leben in einem Zeitalter rasanten technischen Fortschritts. Laut dem Zukunftsforscher Ray Kurzweil rührt dies daher, dass wir das immense Potenzial exponenziellen Wachstums ausschöpfen, das durch die Digitalisierung der Welt entsteht. Sobald Phänomene digitalisiert wurden, können Gesetze wie das Mooresche Gesetz darauf angewandt werden, was zu diesem enormen Wachstum führt und Branche für Branche ordentlich umkrempelt. Dieses Umkrempeln wird im Englischen häufig als „Disruption“ bezeichnet.

„Disruption“ hört sich regelrecht zerstörerisch an, aber ganz so negativ ist es eigentlich gar nicht. Der Term bezeichnet einfach die Ablösung eines etablierten Ökosystems durch ein neues, angestoßen durch Technologien, die den Markt auf den Kopf stellen, aber auch gleichzeitig den Nährboden für neue Trends bilden.

Disruptiv agierende Unternehmen kennen wir alle: Google etwa, das ursprünglich nur eine Suchmaschine bereitstellte, entwickelt nun selbstfahrende Autos. Eigentlich geht es gar nicht so sehr um das Auto selbst, sondern um den Fahrer, der ersetzt werden soll. Die Basis dafür ist eine Plattform, die sich auf Cloud-Dienste und Unmengen an Daten stützt. Ein anderes Beispiel: Apple, ursprünglich ein Unternehmen, das PCs in einer Garage entwickelte, hat den Markt klassischer Kameras, Navigationssysteme, MP3-Player etc. durcheinandergewirbelt. Und zwar nicht etwa durch einen PC – nein, durch ein Mobiltelefon. Möglich war dies allein durch Apples Plattform, bestehend aus iOS und einem Ökosystem von mehr als zwei Millionen Apps – Tendenz steigend.

Nichts anderes passiert im Bereich der Mess-, Prüf-, Steuer- und Regeltechnik. Auch hier findet ein Umbruch statt: Angetriggert durch NIs plattformbasierten Ansatz und ein goßes Ökosystem, kommt es zu einer massiven perspektivischen Verschiebung von hersteller­definierten Steuer- und Messboxen zu benutzerdefinierten Systemen. Wer NI kennt, weiß, dass wir seit jeher auf eine Plattform aus modularer Hardware (z.B. PXI) und flexibler Software (LabView) setzen, die es Anwendern ermöglicht, jede Lösung zu automatisieren und anzupassen. Ausschlaggebend ist aber das ergänzende Ökosystem. Wie genau sieht dieses Ökosystem nun aus?