Messdatenmanagement Das Messdatenmanagement optimieren

Die Automobilindustrie zeigt sich innovativ: Mit openMDM wurde ein OpenSource-Framework für ein effizientes Messdatenmanagement (MDM) entwickelt, das auch Hersteller aus anderen Branchen nutzen können.

Mit der Einführung moderner Test-, Mess- und Simulationsmethoden antworten die Hersteller technischer Produkte auf die wachsenden Anforderungen an die Qualität ihrer Produkte und auf verschärfte Haftungsregelungen. Um Testergebnisse nachvollziehbar zu machen und kostspielige Testwiederholungen zu vermeiden, müssen Messdaten systematisch erfasst und transparent archiviert werden.

Bisherige MDM-Ansätze sind ineffizient

„Es reicht nicht, dass man Messdaten - in manchen Bereichen einige Terabytes pro Woche - aufnimmt und speichert. Wir müssen sie unter Umständen 30 Jahre und länger archivieren und brauchen jederzeit Zugriff, um nachweisen zu können, dass wir zu jedem Zeitpunkt mit der nötigen Sorgfalt entwickelt haben. Und der Kosten- und Zeitdruck in der Entwicklung zwingt uns, unnötige Mehrfachtests zu vermeiden“, beschreibt Roland Materna aus der Abteilung Processes & Methods Testing der Audi AG die Notwendigkeit für ein professionelles Messdatenmanagement.

Mit der Einführung moderner Mess- und Testverfahren kommt es zu einer wahren Datenflut, deren effiziente Verwaltung zunehmend zum Problem wird. Noch herrschen in vielen Unternehmen historisch gewachsene Ansätze vor, um die Datenflut in den Griff zu bekommen. Hierbei lassen sich drei Ansätze unterscheiden: die Verwaltung von Messdaten in datei-basierten Ordnerstrukturen, die Verwaltung in individuell entwickelten Datenbanklösungen und proprietäre Lösungen von Anbietern im Bereich Prüftechnik.

Die Organisation über dateibasierte Ordnerstrukturen stammt aus den Anfängen der Produkttests, ist aber gleichwohl in vielen Unternehmen noch der Standard - auch weil große Testabteilungen oft in viele kleine Teams unterteilt sind, die sich eigenverantwortlich organisieren. In diesen Teams werden die Testergebnisse und ihre Metadaten häufig nach einem individuell vereinbarten Ordner- und Namenssystem abgelegt. Spätestens wenn neue Ingenieure zum Team stoßen, sich Strukturen in den Testabteilungen verändern oder andere Teams Zugriff auf Testergebnisse brauchen, werden die Nachteile klar: Lange, manuelle Suchzeiten und fehlende Beschreibungsdaten zum Versuch selbst machen Auswertungen unnötig kompliziert, zeit- und kostenintensiv.

In anderen Unternehmen ist die Messdatenverwaltung über eigenentwickelte Datenbanklösungen organisiert. Das erhöht den Komfort bei der zeitversetzten oder abteilungsübergreifenden Suche, doch stoßen auch diese Lösungen mit dem Ausbau der Testabteilungen schnell an ihre Grenzen. So lassen sich die Datenstrukturen nur schwer und aufwendig neuen Anforderungen anpassen, und oftmals sind die Lösungen auch nicht unternehmensweit skalierbar, bleiben damit abteilungs- oder teameigene Lösungen.

Viele Unternehmen haben im Bereich Messdatenmanagement auch die Hilfe von Anbietern im Bereich Prüftechnik gesucht. Naturgemäß sind deren Lösungen aber proprietär und unterstützen meist nur Formate und Systeme der jeweiligen Anbieter. Da komplexe Tests technischer Produkte - beispielsweise bei Fahrzeugen - oft sehr unterschiedliche Methoden, Systeme und Prüftechniken erfordern, lässt sich auch mit diesen proprietären Lösungen kein Gesamtsystem aufbauen.

Kurzum: Alle diese historisch, meist aus den Testabteilungen selbst erwachsenen Ansätze werden den aktuellen Anforderungen an das Messdatenmanagement nicht gerecht. Neben der Fluktuation in den Abteilungen kompliziert der Trend zum Outsourcing von Tests und Prüfstandsbetrieb die Erfassung und transparente Archivierung der Daten. In den Unternehmen wird immer mehr Zeit und Geld für die manuelle Suche nach Messdaten oder in kostspieligen Testwiederholungen vergeudet - Tendenz stark steigend.