Vektor-Netzwerkanalysator Bis 125 GHz neuen Maßstab gesetzt

Der neue Vektor-Netzwerkanalysator ME7838A kann mit beachtenswerten Leistungsdaten im Frequenzbereich von 40 kHz bis 125 GHz aufwarten.
Der neue Vektor-Netzwerkanalysator ME7838A kann mit beachtenswerten Leistungsdaten im Frequenzbereich von 40 kHz bis 125 GHz aufwarten.

Die Messlatte für Parametersätze bei Vektor-Netzwerkanalysatoren wird durch einen neuen Gerätetyp von Anritsu nach oben gelegt: Innovative Architekturen und Schaltungskonzepte sorgen dafür, dass im Frequenzbereich von 40 kHz bis 125 GHz bezüglich Messpräzision, Stabilität und Dynamikbereich sehr hohe Standards erfüllt werden.

Der neue Vektor-Netzwerkanalysator nennt sich ME7838A, und er gehört zur Kategorie der Single-Sweep-Analysatoren (dieser Modus von 70 kHz bis 110 GHz), was sehr kurze Diagnosezeiten erwarten lässt: Im Datenblatt steht jedenfalls eine Messdauer von 55 ms für 201 Messpunkte bei einer Zwischenfrequenzbandbreite von 10 kHz. Damit ist das System deutlich schneller als momentan verfügbare Breitband-Analysatoren im Markt.

Weitere beachtliche Parameter sind der Dynamikbereich von 107 dB bei 110 GHz bzw. immerhin noch 92 dB bei 125 GHz, was nicht zuletzt auf die mechanisch optimierte Anordnung der mm-Wellen-Module nahe oder direkt an einem Prober zurückzuführen ist. Die kleinen und leichten Module benötigen keine großen, schweren und teuren Positionierer und können auch anders als in der typischen Ost-West-Anordnung montiert werden.

Eine neuartige Leistungsregelung für das Stimulus-Signal sorgt auch dafür, dass bis hinab zu Pegelwerten von -55 dBm hinsichtlich Genauigkeit und Stabilität sehr gute Daten erreicht werden. Zuständig dafür ist ein neues Regelungskonzept, das sehr schnell arbeitet und das  verglichen mit herkömmlichen Konzepten der mechanischen Steuerung von Dämpfungsgliedern und deren Korrekturtabellen bessere Linearitäts-, Genauigkeits- und Wiederholbarkeits-Werte bietet.

Das neuartige Single-Sweep-Konzept namens VectorStar kann zudem im Power-Sweep-Modus beispielsweise den Kompressionspunkt von Verstärkerbaugruppen über der Frequenz bestimmen. Auch bietet das der Single-Sweep-Architektur zugrunde liegende Schaltungskonzept eine sehr gute Richtschärfe, da es auf den Einsatz von MUX-Combinern wie bei herkömmlichen Systemen verzichtet. Hierdurch werden über den gesamten Frequenzbereich hinweg bis zur Maximalfrequenz eine Amplitudenstabilität von 0,1 dB und eine Phasenstabilität von 0,5 Grad über einen Zeitraum von 24 Stunden erreicht, was sich positiv auf die Kalibrierintervalle auswirkt und die Messpräzision steigert.

Die Charakterisierung von SHF- und EHF-Komponenten ist sicherlich eine Hauptanwendung des neuen Analysators. Untersucht werden können also beispielsweise aktive und passive Millimeterwellenbaugruppen im EHF-Band, wie die neuen 60-GHz-WPANs, Netzwerk-Komponenten für Übertragungsraten von 40 Gbit/s und mehr, Automobil-Radar-Komponenten für 77 oder 94 GHz, Bauteile für bildgebende Radarsysteme bei  94 GHz oder Komponenten zur aktuellen Ka-Band-Satellitenkommunikation.

Aber auch für Signal-Integrity-Untersuchungen im Rahmen der Entwicklung von neuartigen Hochgeschwindigkeitsanwendungen wie z.B. von 28 Gbit/s-SerDes (Serial-Deserial) Transceivern, die in Servern, Routern oder anderen IT-Anwendungen eingesetzt werden, ist der Analysator konzipiert.

Letztlich machen die Leistungsdaten diesen Messplatz für universelle andere Messaufgaben im Bereich der Mobilfunk-Kommunikations- und Höchstfrequenz-Wireless-Technik, der Mikrowellen-Spektroskopie oder Medizintechnik und Radioastronomie geeignet.

Verfügbar sein soll das Gerät nach Angaben des Herstellers im 3. Quartal 2011.