Oszilloskope Bereits 60 GHz Bandbreite am Horizont

Albert Hanselmann, LeCroy-EMEA-Sales Manager: »Wir haben technologisch in der nächsten Zeit noch Einiges in Entwicklung, das 45-GHz-Single-Shot-Oszilloskop ist nur ein Beispiel.«

Beim Oszilloskop-Anbieter LeCroy sieht man bereits Single-shot-Oszilloskope mit einer Bandbreite von 60 GHz in Entwicklung. Prototypen für 45 GHz in vier Kanälen sollen noch in diesem Jahr vorgestellt werden.

Anlässlich der Vorstellung eines speziellen PCI-Express-Analyse-Arbeitsplatzes auf Basis der Serial Digital Analyzer-Scopes WaveMaster 8 Zi und einer umfangreichen Protokoll-Decodier-Software kündigte  LeCroy-Europa-Sales-Manager Albert Hanselmann bereits die nächsten Entwicklungsschritte auf dem Echtzeit-Oszilloskop-Sektor an.

Das Unternehmen plant, noch in diesem Jahr Prototypen von Single-shot-Oszilloskopen vorzustellen, die in vier Kanälen Bandbreiten von jeweils 45 GHz und Abtastraten von über 90 GS/s bieten sollen. Und auch die 60-GHz-Marke peilt man bereits an.

Eingesetzt werden dabei neue SiGe-Chipsätze in den Eingangsstufen, mit denen sich, so das Unternehmen, vor allem reproduzierbare Halbleiterverstärker-Stufen realisieren lassen.

Wesentlicher Bestandteil der Scopes ist dabei die Digital-Bandwidth-Interleaving-Technologie, bei der Signale im höchsten Frequenzband nicht direkt einem A/D-Wandler zugeführt sondern zuerst durch einen Mischer mit sehr stabilem Lokaloszillator (nach dem Überlagerungsprinzip) in ein niedrigeres Frequenzband heruntergemischt werden. Erst dann werden die Signale in einem nun nicht mehr so hohen Echtzeit-Anforderungen ausgesetzten Wandler digitalisiert, was das Verfahren von den Technologie-Architekturen anderer Scope-Anbieter unterscheidet.

In den Bandwidth-Interleaving-Stufen sind allerdings sehr parameterstabile Baulemente zu verwenden, da sich sonst Rausch-, Linearitäts- und Jitterwerte verschlechtern würden.