Anwenderforum des ITV Denkendorf Auch Textilien werden »smart«

Der Handschuh enthält ein integriertes Digitalthermometer, mit dem Feuerwehrleute die Oberflächentemperaturen von Türen bestimmen können.
Der Handschuh enthält ein integriertes Digitalthermometer, mit dem Feuerwehrleute die Oberflächentemperaturen von Türen bestimmen können.

Die Zahl der Schnittstellen zwischen Elektronik- und Textilindustrie wächst. Dem trägt das Anwenderforum »Smart Textiles« Rechnung, das Anfang März in Wolfurt bereits zum fünften Mal stattfinden wird.

Leitfähigkeit in Textilien ist Dank Veredelung mittels Kupfer und Silber längst Standard. Inzwischen rücken auch komplexere elektronische Geräte immer näher an Fasern, Fäden und textile Flächen. Um die Textilbranche und die Elektronikindustrie weiter zu verdrahten, findet am 8. und 9. März im österreichischen Wolfurt das interdisziplinäre Anwenderforum »Smart Textiles« statt.

Prof. Dr.-Ing. Götz Gresser, Chef des veranstaltenden Instituts für Textil- und Verfahrenstechnik (ITV) in Denkendorf, sieht mit Blick auf Elektronik, Automobilbau, Bekleidung, Energie- und Medizintechnik enormes Umsatzpotenzial bei der Vereinigung von Textilien mit Elektronik. Damit Konstrukteure und Entwickler wissen, welche neuen Flächenmaterialien entwickelt werden, soll das Anwenderforum Wissenschaft und Mittelstand aus der D-A-CH-Region zusammenbringen.

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Auch Textilien werden »smart«

Die Zahl der Schnittstellen zwischen Elektronik- und Textilindustrie wächst. Dem trägt das Anwenderforum »Smart Textiles« Rechnung, das Anfang März in Wolfurt bereits zum fünften Mal stattfinden wird.

So wird zum Beispiel Friedrich von Dungern, Projektmanager für Faserverbundmaterialien bei der Invent GmbH aus Braunschweig ein vom Bundesforschungsministerium gefördertes Projekt zur Integration von Sensoren in Faserverbundstrukturen präsentieren. Dabei werden mit Silbertinte Leitungsbusse auf Polymervliese gedruckt, um darauf Sensormodule aufzubringen. Die integrierte Sensorik soll künftig in Batteriekästen, Organ-, Medikamenten- oder Chemikalien-Transportboxen wichtige Messwerte wie Temperatur und Beschleunigung erfassen und drahtlos auf mobile Endgeräte übertragen.

Marc-Andre Graewer, Geschäftsführer der Graewer Hightech & Safety Solutions GmbH aus Wendlingen bei Stuttgart, wird einen mit der Firma Friedrich Seiz entwickelten Feuerwehrhandschuh mit integriertem Digitalthermometer vorstellen, der gerade von der Berliner Feuerwehr getestet wird. Zum Entwicklungshintergrund: Feuerwehrleute müssen sich in Gebäuden mit starker Rauchentwicklung regelrecht zur Brandstelle vortasten; dabei droht hinter jeder geschlossenen Tür eine Rauchgasdurchzündung, auch Flashover genannt. Bisher müssen Türen an definierten Punkten händisch auf Wärme geprüft werden – ohne isolierende Handschuhe. Das risikoreiche Manöver kann dank des »Lasertemp« genannten Elektronikgerätes künftig entfallen, denn mit dem auf dem Handschuhrücken aufgebrachten Hilfsmittel lässt sich die Oberflächentemperatur von Türen auf einer Entfernung von 60-80 cm bestimmen.

Das Anwenderforum wird vom Instituts für Textil- und Verfahrenstechnik (ITV) in Denkendorf zusammen mit dem Forschungskuratorium Textil veranstaltet. Mehr Informationen erhalten Sie auf der Webseite des ITV.