NI-Week-Kongress Alles dreht sich um "Big Analog Data"

Mit mehr als 3500 Teilnehmern ist die 20. NIWeek im Austin Convention Center eine Veranstaltung der Superlative. Längst geht es bei der Leistungsschau von National Instruments nicht mehr um klassische Messtechnik, nein der Anspruch lautet, dass man Ingenieure und Wissenschaftler in die Lage versetzen will, die anspruchsvollsten Entwicklungsherausforderungen der Welt zu meistern.

Den Auftakt zur viertägigen NIWeek 2014 in der Heimatstadt des Unternehmens bildet das Academic Forum am ersten Tag mit über 500 Teilnehmern aus Forschung und Lehre, die aus mehr als 15 Ländern anreisten und für die allein schon 19 Sessions aufgesetzt wurden. Richtig los geht es allerdings am zweiten Tag mit der Keynote des Firmengründers Dr. James Truchard, der gleichzeitig CEO und President des Unternehmens ist. Dann bevölkern über 3500 Teilnehmer das Austin Convention Center und besuchen die täglichen Keynotes, die daran anschließenden bis zu 19 parallelen Sessions oder die umfangreiche Ausstellung.

Für National Instruments dreht sich laut Truchard alles um „Big Analog Data“, also die Auswertung und Interpretation analoger physikalischer Messgrößen. Die Trends zur zunehmenden Konvergenz verschiedenster Technologien und Cyberphysikalischer Systeme führen zu neuen Herausforderungen. Das industrielle Internet der Dinge und das Consumer Internet der Dinge leben beide von Vernetzung und Datenanalyse. Während das Internet der Dinge von Big Analog Data lebt, münden die gewonnenen Daten über eine produktive Kollaboration mit Geschäftsanalysen und Social Networks in ein Internet der Services.

Als kritische Punkt zur Beherrschung dieser Technologien insbesondere bei verteilten Systemen hat Truchard das Timing ausgemacht. NI hat über die Jahre enorme Fortschritte in der Synchronisation vom Milli- bis zum Subnanosekundenbereich gemacht und damit die Messzeiten um den Faktor 200 eduziert. In einem ersten Schritt brachte der Real-Time Integration System Bus (RTSI) die Board-zu-Board-Synchronisation auf unter 50 ns. Mit der Einführung von PXI wurde die Synchronisationszeit auf Nanosekundenebene gesenkt. Mit dem TCLK-Taktsignal wurde dann die Synchronisation mehrerer PXI-Chassis im Subnanosekundenbereich möglich. Wie wichtig das Timing ist, zeigte Truchard an einer Reihe von Beispielen: In Smart-Grid-Applikationen mit weit verteilten Messstellen lassen sich nun Messungen mit 100-ns-Timing durchführen. Ein weiteres aktuelles Beispiel ist die Simulation des elektrischen Antriebs eines Hybrid-Subaru mit Schleifen-Raten von unter 1,2 ms. Timing im Nanosekundenbereich ermöglichte die Realisierung eines Wetterradars von Furuno.

 

 

Produktfeuerwerk für eine breite Applikationsvielfalt

 

Nach Truchards Keynote zeigte Mike Santori, VP Product Marketing bei NI, die breite Applikationsvielfalt und mit welchen neuen Produkten NI den Anforderungen der Kunden begegnen möchte.

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NIWeek 2014 Keynote-Highlights

NIWeek 2014 Keynote-Highlights

Nach Truchards Keynote zeigte Mike Santori, VP Product Marketing bei NI, die breite Applikationsvielfalt und mit welchen neuen Produkten NI den Anforderungen der Kunden begegnen möchte.

Jeff Philips erklärte die neuen Funktionen der neuen Version LabView 2014. Mit LabVIEW 2014 führt NI erstmals LabVIEW Suites ein. Diese Suites sind für die Bereiche automatisiertes Testen, Embedded-Steuerung, -Regelung und -Überwachung sowie Hardware-in-the-Loop und Echtzeittests verfügbar. Diese umfassen anwendungsspezifische Zusatzpakete sowie weitere Software, wie erforderliche Treiber. Dies garantiert einerseits einen vereinfachten Installationsprozess für den Entwicklungsrechner. Andererseits wird sichergestellt, dass Anwendern jede benötigte Software zur Verfügung steht und somit Fehlerquellen, z. B. fehlende Treiber, eliminiert werden. Zusätzlich erhalten Anwender über LabVIEW 2014 Zugang zu Datenerfassungssystemen wie dem neuen CompactDAQ und CompactRIO mit vier Steckplätzen, per Software definierten Messgeräten wie einem hochauflösenden Oszilloskop mit acht Kanälen auf Basis von PXI Express oder dem softwarebasierten Fünf-in-eins-Messgerät VirtualBench. Folgende Funktionen wurden neu in LabVIEW 2014 integriert:

-          NI-DataFinder-Federation-Technologie: Anwender können verteilte Messdaten intuitiv über mehrere Arbeitsgruppen oder standortübergreifend suchen und indizieren lassen.

-          Neue Einsatzmöglichkeiten für Algorithmen: .m-Files können nun direkt auf Linux Real-Time-Systemen und Bildverarbeitungsfunktionen auf FPGAs eingesetzt werden.

-          Data Dashboard für LabVIEW: Anwender können einfach und sicher mobile Benutzeroberflächen zur Visualisierung erfasster Daten erstellen und unabhängig von Zeit und Ort fundierte Entscheidungen treffen, ohne dass die Fachkenntnisse eines Webentwicklers erforderlich sind.

Die neue LabVIEW-Version umfasst 13 von Anwendern angeregte Neuerungen. Ferner kann auf neue Werkzeuge im LabVIEW Tools Network zurückgegriffen werden, wie z. B. auf das LabSocket System von Bergmans Mechatronics LLC. Dieses System bietet dezentralen Zugang zu LabVIEW-Anwendungen über einen Desktop-Rechner oder über jeden mobilen Webbrowser, ohne dass ein Browser-Plug-in oder eine Runtime-Engine notwendig sind.

Neu sind auch die 4-Slot-Controller CompactDAQ und CompactRIO, wobei der CompactRIO auch mit einem Kintex-7-FPGA von Xilinx ausgestattet ist. Als Prozessor kommt ein Atom-Prozessor von Intel zum Einsatz, auf dem das NI Linux-Real-Time-Kernel läuft. Mit „Embedded-UI“ lässt sich ein lokales HMI implementieren und das Steuer- und Regelsystem zur Handhabung von HMI-Aufgaben einsetzen. Darüber hinaus wurde die Bildverarbeitung optimiert. Es lassen sich USB3- oder GigE-Vision-Kameras dank des NI Linux Real-Time einfach hinzufügen, Bilderfassung direkt in eine Anwendung integrieren und mit dem neuem Bildverarbeitungs-IP kann das FPGA als leistungsstarker Coprozessor Bildverarbeitungsaufgaben übernehmen. Die neuen 4-Slot-CompactDAQ-Controller von NI umfassen einen Intel Atom Dualcore-Prozessor, der Windows Embedded Standard 7 sowie NI Linux Real-Time ausführen kann. Durch den Einsatz von LabVIEW in Verbindung mit den verschiedenen Optionen der Betriebssysteme können Anwender LabVIEW-Code aus bestehenden Messsystemen einfach auf diese neuen CompactDAQ-Controller übertragen. Für CompactDAQ stehen über 60 sensorspezifische I/O-Module zur Verfügung. Weitere Funktionen sind ein SD-Kartenslot zum Austausch von Speichermedien, ein integrierter CAN/LIN-Port und vier Steckplatze für Module der C-Serie.