Produktübersicht Aktuelle Geräte-Entwicklungen in der HF- und Kommunikations-Messtechnik

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Die HF- und die Kommunikationstechnik befinden sich nach einem Rezessionsjahr 2009 wieder in besserem Fahrwasser. Damit verbessert sich aus technischer Sicht das Messtechnik-Umfeld in diesen Branchen, wie an zahlreichen neuen Produkten deutlich wird.

Der wieder steigende Mobilfunkgeräte- Absatz ist einer der Positiv-Indikatoren für die gesamte Kommunikationstechnik- Branche, weil hinter den Mobilfunknetzen, die sich ja selbst in ständiger Fortentwicklung befinden, auch die entsprechenden draht- und lichtleitergestützten Backbone-Netze stehen. Denn um beispielsweise den kommenden Mobilfunk-Standard LTE im Jahr 2012 in die Praxis zu überführen, müssen noch Endgeräte, Basisstationen und die dahinterstehenden Netz-Architekturen samt Rechnern und Kabel- sowie Opto-Netzen fertig konzipiert, realisiert, getestet und installiert werden. Dazu ist natürlich die entsprechende Messtechnik nötig, zu der im Folgenden eine technologische Übersicht den aktuellen Stand der Technik beschreibt. Grundsätzlich charakterisiert – und das ist den technischen Beschreibungen wohl aller Systeme zu entnehmen – eine weiterentwickelte HF-Technik mit höheren nutzbaren Frequenzen, schnellerer Auswertung und entsprechenden Software-Architekturen den gesamten Messgeräte-Markt. Daraus resultieren dann verbesserte Betriebseigenschaften, mehr Mess- und Auswertemöglichkeiten sowie höhere Präzision.

Netzwerkanalyse: Vom Super-Dynamikbereich bis hin zum Robust-Handheld

Gerade die Netzwerkanalyse zählt zu den klassischen Vorreiter-Technologiebereichen der Kommunikations- Messtechnik. Denn damit sind die HF-Systementwicklungen überhaupt erst im Labor- und dann im Prototypen- und Fertigungsstadium realisierbar. Es gibt diese Gerätekategorie der VNAs (Vektor-Netzwerkanalysatoren) vom großen Laborgerät bis hin zur Handheld- Box.

Im Sektor dieser Präzisions-Laborgeräte ist derzeit ein Gerät durchaus als Primus zu bezeichnen: Der ZVA 67 von Rohde & Schwarz kann mit dem beachtlichen Frequenzbereich von 10 MHz bis 67 GHz (70 GHz Overrange) aufwarten, dazu mit einem Dynamikbereich von 110 dB bei seiner Maximalfrequenz (bislang nur etwa 100 dB bei diesen Frequenzen) und mit hohem Mess-Durchsatz: Laut Hersteller liegt die Messzeit bei nur 3,5 μs. Mit der hohen Ausgangsleistung von 6 dBm bei 67 GHz und dem weiten Power-Sweep-Bereich von über 40 dB charakterisiert der Analysator das Klein- und Großsignalverhalten an allen Arten von HF-Komponenten wie beispielsweise Verstärkern. Außerdem analysiert er neben S-Parametern auch Oberwellen-, Kompressions- und Intermodulationsparameter.

Zusätzlich bietet das Gerät spezielle Mess-Routinen zur Ermittlung von Rauschzahlen an Verstärkern. Die Messbandbreite bis zu 30 MHz erlaubt zudem Pulsprofilmessungen an Verstärkern mit einer Auflösung von 12,5 ns. In Verbindung mit einem neuen 67-GHz-Leistungsmesskopf können Anwender erstmals auch Rauschzahlmessungen bis zur Maximalfrequenz durchführen, wobei Impedanztuner oder separate Rauschquellen nicht mehr nötig sind.

Der Netzwerkanalysator misst darüber hinaus die relative und absolute Gruppenlaufzeit an frequenzumsetzenden Komponenten wie Mischern selbst dann, wenn der Lokal-Oszillator (LO) nicht zugänglich ist. Investitionssicherheit bietet der je nach Einsatzbedarf konfigurierbare Analysator durch sein Angebot an Optionen und Messzubehör, wobei besonders ein Millimeterwellenkonverter erwähnenswert ist, der den Frequenzbereich des Netzwerkanalysators bis auf 325 GHz erweitert.