Oszilloskope 8 Kanäle mit 12 bit sehen mehr

Mehr sehen: mit acht Kanälen, 12-Bit-Amplituden-Auflösung und MSO-Fähigkeit können die neuen Labor-Oszilloskope der HDO8000-Serie aufwarten.
Mehr sehen: Mit acht Kanälen, 12-Bit-Amplituden-Auflösung und MSO-Fähigkeit können die neuen Labor-Oszilloskope der HDO8000-Serie aufwarten.

Das herkömmliche Mixed-Signal-Scope reicht dem Entwickler bei vielen komplexen Designs oftmals nicht mehr aus - vor allem in der Leistungselektronik und bei Drei-Phasen-Systemen. Mit einer neuen Oszilloskop-Serie von Teledyne-LeCroy jedoch lassen sich noch mehr Kanäle, nämlich acht, auf dem Bildschirm darstellen.

Entwickler von hochkomplexen Embedded-Schaltungen, von Steuereinheiten für Automobile, für umfangreiche Kommunikations-Designs oder von Motor-Leistungs-Ansteuerungen in der Antriebs- oder Automatisierungstechnik benötigen beim Schaltungsdesign meist umfangreiche Messtechnik-Tools. Das Oszilloskop in seiner herkömmlichen Version als 4-Kanal-Gerät reicht dabei oft nicht aus, um noch mehr Signal-Kurvenzüge gleichzeitig zeitkorreliert darzustellen. Eine neue Serie von hochauflösenden 12-Bit-Oszilloskopen mit acht Eingangskanälen sowie Mixed-Signal-Fähigkeit zur Darstellung von Digitalkanälen kann hier gute Dienste leisten.

12-Bit-Präzision für noch mehr Signal-Details

Nicht zuletzt aufgrund vielfacher Anwender-Forderungen nach höheren Kanalzahlen und noch besserer Amplituden-Auflösung hat man bei Teledyne-LeCroy die neue HDO8000 Oszilloskop-Serie mit acht Eingangskanälen und einer vertikalen Auflösung von 12 Bit mit einer Bandbreite bis zu 1 GHz entwickelt. Dabei kommt die HD4096 High Definition Technologie zum Einsatz, die auf 12-Bit-A/D-Wandlern mit hoher Abtastrate, Verstärkern mit großem Signal-Rausch-Verhältnis und einer sehr rauscharmen Signalpfad-Auslegung basiert. Dies ermöglicht den High-Definition-Oszilloskopen die Erfassung und Darstellung von Signalen bis zu 1 GHz Bandbreite mit hoher Abtastrate und einer 16-fach höheren Auflösung als die von Standard-Oszilloskopen. Zusätzlich zur HD4096-Technologie verfügen die Scopes über ERes-(Enhanced Resolution-) Rauschfilter, die laut Hersteller bis zu drei weitere Anzeige-Bits realisieren und damit eine Amplituden, Auflösung von 15 Bit zur Verfügung stellen sollen.
Im Mixer-Signal-Betrieb stehen zusätzlich 16 Logik-Kanäle mit einer Abtastfrequenz von 250 MHz zur Verfügung.

Bildschirm mal vier

Hinzu kommt eine spezielle Display-Darstellungsvariante mit der ebenfalls neuen Q-Scape Mehrfach-Anzeige: dabei sind vier aus wählbare Bildschirmfenster verfügbar, auf denen jeweils unterschiedliche Display-Inhalte dargestellt sind. Man kann auf diese Weise zum Beispiel eine große Anzahl von Direkt-, Zoom- und Mathematik-Kanälen (bis zu 40 insgesamt) auf dem 12,1-Zoll-WXGA Oszilloskop-Bildschirm zur Darstellung bringen. Die einzelnen Kanäle können einfach in das gewünschte Diagramm eines Fensters gezogen werden, so dass die sinnvolle Anord¬nung vieler unterschiedlicher Kanäle die Analyse von komplexen Systemen extrem erleichtert. Q-Scape ist beispielsweise nützlich, wenn man dreiphasige Ansteuer-Systeme untersuchen muss, da jede Phase in einem eigenen Bildschirmfenster dargestellt werden kann.

Ist ein größerer Bildschirm mit höherer Auflösung gewünscht, lässt sich an das HDO8000 ein WQXGA Bildschirm mit 3840 x 2160 Pixeln anschließen, der als Extended Monitor arbeitet. Man kann dann zum Beispiel die Q-Scape-Bildschirmfenster auf dem großen externen Monitor anordnen, während auf dem kleineren Oszilloskop-Bildschirm eine weitere Anwendung (z.B. MATLAB) angezeigt werden kann.

Ein Intel-Core-i5-4670s Quad-Motherboard mit 8 GByte RAM in den neuen Scopes ermöglicht eine schnelle und effiziente Verarbeitung der erfassten und der zu berechnenden Signale und verfügt über ausreichende Kapazität für die Ausführung von externen Programmen auf dem Oszilloskop.

Die Standard-Erfassungsspeicher beträgt 50 MPkte pro Kanal und kann optional auf 100 oder 250 MPkte je Kanal erweitert werden. Dieser lange Erfassungsspeicher ist beispielsweise für die Untersuchung von Leistungselektronik- oder Mechatronik-Systemen nötig, bei denen schnelle Mikroprozessor-Signale zusammen mit langsameren pulsweitenmodulierten (PWM-) Signalen, seriellen Bus-Telegrammen oder mit den Signalen von analogen Sensoren erfasst werden müssen. Die hierbei zur Verfügung stehenden Analyse-Möglichkeiten umfassen Statistik-, Frequenz- und Timing-Analysen unter Verwendung von Track-, Trend- und Histogramm-Darstellungen sowie einer Vielzahl weiterer Mathematik- und Messfunktionen. Speziell die Track-Darstellung ist hilfreich bei der Analyse von PWM-Signalen. Zusätzlich gibt es für weitergehende Analysen noch eine Reihe von anwendungsspezifischen Software-Optionen.

Teledyne-LeCroy plant, die Auslieferung der neuen HDO8000-Oszilloskope ab September 2014 anlaufen zu lassen. Die Preise liegen je nach Typvariante zwischen rund 23.000 und 30.000 Euro.