Internet-Kommunikation ZigBee-Meilenstein: mit IPv6 zum Internet der Dinge

Mit ZigBee IP eröffnen sich dem Funkstandard der ZigBee Alliance die Möglichkeiten des Internet.
Mit ZigBee IP eröffnen sich dem Funkstandard der ZigBee Alliance die Möglichkeiten des Internet.

Die ZigBee Alliance hat ihre dritte größere Spezifikation vorgestellt, die einen Meilenstein in der Weiterentwicklung darstellen dürfte: ZigBee IP. Damit sollen sich Mini-Funkmodule in Kleinstgeräten auch direkt ins weltweite Netz einklinken können - das Internet der Dinge rückt damit näher.

Der neue offene Standard ZigBee IP erweitert die Basis-Standardisierung gemäß IEEE 802.15.4 um die Fähigkeit, Kommunikation auf Basis des Internet Protocol Version 6 (IPv6) zu betreiben. IPv6 ist bekanntlich die Protokoll-Spezifikation, mit der Nutz- und Steuer- sowie Protokoll-Daten ineinander verschachtelt in paketvermittelnden Rechnernetzen, letztlich also auch dem Internet, ausgetauscht werden. Das Ganze beim IPv6 mit einer praktisch beliebig großen Anzahl von adressierbaren Geräten, was dann dem seit längerem schon entwickelten Szenario des Internet der Dinge sehr nahe kommt.

Aus diesem Grund wird das IPv6 bald die derzeit noch gebräuchliche Version 4 des Internet Protocol ersetzen müssen, da dessen Adressraum zunehmend an seine Grenzen stößt.

ZigBee IP erweitert den IEEE 802.15.4-Standard vor allem um die Layer „Sicherheit“ und „Netzwerk-Fähigkeit“. Auf diese Weise soll es ZigBee-ausgerüsteten Mobilgeräten, Embedded Mikrocontrollern und letztlich auch den ZigBee-ausgerüsteten elektronischen Kleinstsystemen möglich sein, über das Internet miteinander zu kommunizieren, das Ganze ohne die Nutzung spezieller Gateways.

Die bislang in ihrem eigenen HF-Ökosystem bei 2,4 GHz sowie in den ISM-Frequenzbändern bei 868/915/920 MHz kommunizierenden ZigBee-Funkmodule eröffnen sich damit die Kommunikationswelt des Internet, wobei  – wie die ZigBee Alliance mitteilt – sehr großer Wert auf Datensicherheit gelegt werden wird.

Internet-basierende Überwachungs-, Steuerungs-, Regelungs- und letztlich sogar Automatisierungs-Systeme mit kleinsten und stromsparenden ZigBee-Funkmodulen sollen damit in greifbare Reichweite rücken. Besonders interessant in diesem Zusammenhang ist die Kombination der Fähigkeiten von ZigBee-Netzen mit den Möglichkeiten des Internet. Denn die bislang schon bestehenden automatischen Netzwerk-Aufbau-und Selbst-Reparatur-Fähigkeiten von ZigBee erweitern sich damit in die globale Kommunikationswelt des Internet hinein.

"ZigBee IP bietet Geräte-und System-Herstellern weltweit nun die Möglichkeit, globale Vernetzungs-Möglichkeiten für Ihre Produkte zur Verfügung zu stellen“, so Tobin Richardson, Chairman und CEO der ZigBee Alliance. Und weiter: „Wir erwarten eine große Zahl von ZigBee-zertifizierten Produkten mit ZigBee IP vor allem gegen Ende dieses Jahres, wenn das Smart-Energy-Profil 2 für ZigBee fertig sein wird. Dann nämlich rücken auch Anwendungen in modernen Smart Grids in greifbare Nähe. Geräte aller Art werden dann die Energienutzung auch in großen Versorgungsnetzen koordinieren können. Erzeugungs- und Last-Charakteristika können dann ideal aufeinander abgestimmt werden.“

Module mit der neuen ZigBee IP-Spezifikation werden demnächst ausgiebige Tests durchlaufen; erste Referenz-Chips kommen laut ZigBee Alliance beispielsweise von Silicon Labs oder Texas Instruments.