Nokias Jahreszahlen Weniger Umsatz, weniger Handys, weniger Geld

Schon 2011 war für den finnischen Elektronikkonzern Nokia ein Horrorjahr, an dessen Ende ein Verlust von 1,5 Milliarden Euro stand. 2012 hat jetzt die schlimmsten Erwartungen übertroffen, nicht nur der Umsatz ging weiter zurück, sondern mit 3,8 Mrd. Euro wurde auch ein Rekordverlust eingefahren – der Aktienkurs brach innerhalb von 5 Stunden nach Bekanntgabe der Ergebnisse um 10 % ein.

Insgesamt verkaufte Nokia im Geschäftsjahr 2012 Produkte und Services für 30,18 Mrd. Euro, was gegenüber den 38,66 Mrd. Euro im Jahr 2011 einen Rückgang um 22 % bedeutet. Allein im Bereich “Devices & Services”, der Nokias Handys umfasst, wurden mit nur noch 15,69 Mrd. Euro rund 34 % weniger umgesetzt als noch 2011.

Besonders hart traf es trotz einer 250 Mio. US-Dollar umfassenden Finanzspritze von Microsoft (“Plattform Support Payment” für Windows Phone) die von Nokia mit soviel Hoffnungen gelaunchten Smartphones: Hier brach der Umsatz um 50 % gegenüber 2011 ein (5,45 Mrd. Euro gegenüber 10,82 Mrd. Euro), was auf einen neuen historischen Tiefstand bei der Anzahl der verkauften Geräte zurückzuführen ist: Nur noch 9,44 Mio. Smartphones konnte Nokia im gesamten Jahr 2012 verkaufen, und das trotz der neuen Lumia-Smartphones mit Windows Phone. Dies sind nochmal 21 % weniger als in 2011. Im 4. Quartal verkaufte Nokia sogar doppelt soviele Aisha-Smartphones mit seinem proprietären Betriebssystem “Series40” (dies stammt aus dem Jahr 1999) als mit Windows Phone.

Vergleichsweise gut hielten sich die Einsteiger- und Mittelklasse-Handys, die primär mit dem von CEO Stephen Elop abgekündigten Symbian-OS laufen: Hier wurden mit 300,5 Mio. Geräten “nur” 12 % weniger verkauft als in 2011, allerdings sank der Umsatz dank eines niedrigeren durchschnittlichen Verkaufspreises von 57 auf nur noch 47 Euro der Umsatz um 21 % auf 9,44 Mrd. Euro.

Geschäft in China und Nordamerika lief besonders schlecht

In China verkaufte Nokia 2012 58 % weniger Handys als im Vorjahr und in Nordamerika 44 % weniger. Dagegen hielten sich die Verluste in Europa mit minus 23 % noch in Grenzen. Der Umsatz in China ging sogar um 68 % zurück, da Nokias seine Geräte billiger verkaufen musste als noch in 2011.

Die Folge ist ein operative Verlust in Nokias Handysparte in Höhe von 1,1 Mrd. Euro.

Auch im Geschäftsbereich “Nokia Siemens Networks” konnte man das Geschäftsjahr 2012 nicht wirklich als Erfolg verbuchen: Der Umsatz sank zwar “nur” um 2 % auf 13,78 Mrd. Euro, dafür kletterten die operative Verluste von 300 Mio. Euro in 2011 auf jetzt 799 Mio. Euro.

Die Investitionen in Forschung & Entwicklung wurden von 5,59 Mrd. Euro in 2011 auf 4,78 Mrd. Euro zurückgefahren.

Zum Abschluß des Geschäftsjahres stellte sich die finanzielle Lage wie folgt dar: An Geldmitteln oder Assets, die kurzfristig zu Geld gemacht werden können, standen 8,952 Mrd. Euro zur Verfügung (nach 9,236 Mrd. Euro Ende 2011). Dem standen Kredite in Höhe von 5,549 Mrd. Euro gegenüber (nach 5,321 Mrd. Euro Ende 2011).

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Nokia Handys - Tops und Flops

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