Nokia War Stephen Elop ein trojanisches Pferd?

Microsoft-CEO Steve Ballmer  seinen Freund Stephen Elop bald wieder in Redmond begrüßen - als seinen Nachfolger?
"Gute Freunde kann niemand trennen" - sang einst Franz Beckenbauer. Stephen Elop (links) hat Noch-Microsoft-Chef Steve Ballmer Nokias Handy-Geschäft quasi auf dem Silbertablett serviert.

Die finnische Zeitung ”Helsingin Sanomat” hat in den Archiven der amerikanischen Börsenaufsicht SEC Hinweise gefunden, die den Verdacht, Nokias CEO und zukünftiger Microsoft-Manager Stephen Elop könne ein von Microsoft eingeschleustes “trojanisches Pferd” sein, erhärten – konkret in seinem Arbeitsvertrag.

Aufsichtsratschef Risto Siilasmaa hatte behauptet, Elops Arbeitsvertrag hätte “im Wesentlichen” die gleichen Inhalte wie der seines Vorgängers Olli -Pekka Kallasvuo – dies ist jedoch nach dem Zeitungsbericht offensichtlich falsch.

Vielmehr hat sich Elop insbesondere für sogenannte "Change of Control"-Situationen, also die Veräußerung von Unternehmensteilen oder dem Gesamtunternehmen, eine Klausel hineinschreiben lassen, welche ihn finanziell erheblich – wie jetzt geschehen – direkt an einem Verkauf beteiligt. Diese findet sich im Vertrag von Kallasvuo nicht wieder.

Der jetzt im Kontext der Veräußerung der Handy-Sparte an Microsoft eingefahrene Bonus in Höhe von 18,8 Mio. Euro übertrifft dazu Elops reguläre Bezüge (rund 9 Mio. Euro von 2010 bis heute) um mehr als das Doppelte.

Fest steht auch, dass die Entwertung des Aktienpreises ein Unternehmen für potentielle Käufer (wie Microsoft) attraktiver macht – weil der Firmenwert und damit der Preis sinkt. Zumindest in diesem Punkt war Elop bekanntlich überaus erfolgreich, indem er Nokias Erfolgsbetriebssystem Symbian von heute auf morgen abkündigte.

Einen handfesten Beweis, dass Elop tatsächlich von Anfang an in Microsofts Interesse gehandelt hat, bringen natürlich auch diese neuen Erkenntnisse nicht. Allerdings passen sie gut in ein Gesamtmosaik, das Elops “Strategie” hin zum 3 %-Marktanteil-Windows-Phone erklären kann. Diese kostete bekanntlich tausende Nokia-Mitarbeiter ihren Job, da die Umsätze einbrachen und Milliardenverluste angehäuft wurden.