Drahtlos angebunden Sensordaten verschlüsselt übertragen

Prototyp eines Sensorknotens von ubirch.
Prototyp eines Sensorknotens von ubirch.

Sensordaten mit asymmetrischer Verschlüsselung zu übertragen kostete bisher zu viel Energie, als dass der Sensorknoten mit Batterie betrieben werden konnte. Ein Berliner Start-up will es nun doch geschafft haben.

Das Berliner Start-up ubirch zeigt auf dem Mobile World Congress ein System, das Sensordaten mit asymmetrischer Verschlüsselung überträgt. Dazu verwendet ubrich einen K82-Mikrocontroller aus der Kinetis-Familie von NXP/ex Freescale. Dieser Chip hat AES256- und Elliptic-Curve-Kryptohardware an Bord sowie einen Cortex-M4F-Kern. Der Chip verfügt über einen privaten Schlüssel, mit dem er eine digitale Signatur für ein Public-Key-Verschlüsselungsverfahren erstellt. Diese verleiht ihm eine eindeutige und fälschungssichere Identität. Den Code hat ubrich auf der Basis der Open-Source-SSL-Bibliothek wolfSSL geschrieben. Das System soll sogar batteriebetrieben funktionieren, was bishier bei asymmetrischer Kryptographie nicht möglich war.

Eine weitere Zutat sind ein 2G-Mobilfunkmodul von Quectel, das eigens für die M2M-Kommunikation entwickelt wurde. Im Sim-Kartensteckplatz befindet sich eine Karte des Stuttgarter Unternehmens Crout, das sich ebenfalls auf Machine-to-Machine-Kommunikation spezialisiert hat. Damit wählt sich der ubirch-Sensor nahezu überall auf der Welt in Mobilfunknetze ein, um Daten in eine Cloud oder in eine Blockchain zu übertragen. Optional überträgt der Sensor Daten mittels des Niedrigenergieweitverkehrsnetz-Standards (Low Power Wide Area Network, LPWAN) LoRa. Zur Erweiterung des LoRa-Netzes hat ubirch kürzlich den ersten Lora Node in Köln aktiviert.
 
»IoT ist in aller Munde«, sagt Stephan Noller, Gründer und Geschäftsführer von ubirch, »es ist aber immer noch sehr schwer, Dinge tatsächlich und zudem sicher mit dem Netz zu verbinden. Unsere Technologie bringt uns der Lösung dieses Problems einen entscheidenden Schritt näher.«