1.500 Jobs betroffen Renesas Mobile soll geschlossen werden

Es gab schon länger Gerüchte, dass Renesas einen Käufer für seine Mobilfunk-Tochter Renesas Mobile suchte. Offensichtlich hat man keinen gefunden, stattdessen soll das Unternehmen, das u.a. LTE-Modems entwickelt, am 31.12.2013 geschlossen werden, wovon knapp 1.500 Mitarbeiter betroffen wären.

Es gibt nicht mehr wirklich viele Unternehmen, die LTE-Modems produzieren. Intel kaufte Infineons Wireless-Geschäft und ein Startup, um Modems in eigene SoCs integrieren zu können; Qualcomm ist unangefochtener Marktführer nicht nur bei LTE-Modems und Nvidia hat Icera gekauft, um deren Soft-Modems in ihre SoCs integrieren zu können. Auch Samsung hat seine eigenen Modems, die wie bei Qualcomm in ihren eigenen SoCs integriert werden. Allerdings werden sie derzeit nicht separate verkauft. Letztendlich bietet Broadcom sowohl diskrete 4G-LTE-Modems als auch integrierte Modems an. Unternehmen wie Apple und AMD sind hingegen auf den Zukauf von Drittanbietern angewiesen.

Renesas Mobile bietet eine relativ modern LTE-Modem-Technologie an – Kategorie-4-LTE-Modems mit 150 Mbit/s im Download kann heute noch nicht jeder Anbieter liefern. Die Tochter des großen japanischen Chip-Herstellers Renesas ist der frühere Modem-Geschäftsbereich von Nokia, den Renesas für etwa 200 Mio. Dollar gekauft hatte und der bis heute keinen nennenswerten Return-on-Investment gebracht hat. Zu Buche standen zuletzt rund 177 Mio. Dollar Umsatz.

Zur Disposition stehen laut Renesas’ Meldung drei verschiedene Standorte: Renesas Mobile Europe Oy (Heksinki, Finnland mit 1.100 Mitarbeitern), Renesas Mobile-India Private Limited (Bangalore, Indien mit 300 Mitarbeitern) und Renesas Tongxinjishu Co. Ltd (Beijing, China etwa 30 Mitarbeiter). 

Altkunden sollen jedoch weiter mit Chips beliefert werden, die Entwicklungen für Automotive und Industrie sollen von der Schließung nicht betroffen sein. Renesas will nach eigenen Angaben die Entwicklungen für Auto-Infotainment-Systeme sowie industrielle Anwendungen, wo man sein Kerngeschäft sieht, weiterbetreiben. Es ist anzunehmen, dass diese Bereiche wieder in den Mutterkonzern integriert werden, wenn Renesas Mobile geschlossen wird.