Weitverkehrs-Lichtleiter-Übertragung Rekord: 100 Gbit/s auf der Langstrecke

Via Lichtleiter ist nun im Deutschen Forschungsnetz eine Langstrecken-Übertragung mit 100 Gbit/s über fast 500 km unter Praxis-Bedingungen gelungen.

In einem der ersten Feldversuche weltweit hat das Deutsche Forschungsnetz gemeinsam mit den Netzausrüstern Cisco und Huawei sowie einem Faser-Provider Datenübertragungen mit einer Übertragungsrate von 100 Gbit/s (100G-Technologie) in einem Weitverkehrsnetz durchgeführt.

Bisher kommt in Weitverkehrsnetzen üblicherweise die 10G-Übertragung bzw. vereinzelt auch die 40G-Übertragung zum Einsatz. Ziel des  Feldversuchs war eine Bewertung der neuen 100G-Technologie unter typischen betrieblichen Aspekten, um die nächste Generation des Deutschen Forschungsnetzes  X-WiN vorzubereiten.

Die zwischen dem Forschungszentrum Jülich (FZJ) und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) verlaufende Strecke führt über Köln, Bonn, Wiesbaden,  Mainz und Heidelberg. Bei den Tests handelte es sich um IP-Übertragungen zwischen Endsystemen in einer heterogenen technischen Umgebung verschiedener Ausrüster. Die Datenströme wurden auf jeder Seite von Clustern herkömmlicher Server-PCs mit 10-Gbit/s  Interfaces erzeugt und entsprachen dem typischen Verkehrsaufkommen im Internet und  insbesondere in Wissenschaftsnetzen.

Auf dem 447 km langen Netzabschnitt wurden Daten über längere Zeiträume bis zur  vollen Kapazitätsgrenze der 100G-Technologie übertragen. In einem abschließenden 18-stündigen Dauertest akkumulierte sich das über eine einzelne Wellenlänge übertragene  Datenvolumen auf 770 Terabyte, was einem Fassungsvermögen von annähernd 1,2 Millionen CDs bzw. 160 000 DVDs entspricht.

Neben den steigenden Übertragungsraten im X-WiN sind es vor allem die Anforderungen aus den oft international aufgestellten Forschungsprojekten der verschiedenen  Wissenschafts-Communities, die besondere Bedarfe an leistungsstärkere Netzverbindungen anmelden.

Die positiven Ergebnisse des Feldversuchs bestätigen, dass schon in der kommenden Generation des X-WiN (derzeit werden etwa 10 Petabyte pro  Monat über das deutsche Wissenschaftsnetz transportiert) die optische Plattform mit 100G-Technologie ausgerüstet werden kann. Bereits Anfang 2011 soll eine Ausschreibung erfolgen, so dass man erwartet, ab 2012 Verbindungen mit 100-Gbit/s im X-WiN als Standard realisieren zu können.