Apples iPhone 5 Qualcomm drinnen, Intel draußen

Der weltgrößte Fabless-Chip-Hersteller Qualcomm aus dem kalifornischen San Diego scheint zur Zeit die Lizenz zum Gelddrucken zu besitzen: Neben der Exklusiv-Belieferung von Windows-Phone-7-Handys mit Snapdragon-Prozessoren hat das Unternehmen laut einem Finanzanalysten auch einen Basisband-Design-Win für das nächste iPhone der Generation 5 gewonnen - und Intel, das vom Ur-iPhone 2G bis zum aktuellen iPhone 4 alle Apple-Telefone beliefert hatte, rausgeworfen.

Gerüchte, dass Apple für Basisband-Chips Intel (die vormalige Wireless-Sparte von Infineon) durch Qualcomm ersetzen wolle, gab es schon länger. Laut Craig Berger, einem Analysten der FBR Capital Markets Corp., ist jetzt die endgültige Entscheidung zu Gunsten von Qualcomm gefallen.

Überraschend ist diese Entscheidung weniger, wenn man bedenkt, dass Qualcomm bereits das CDMA-iPhone-4 für den amerikanischen Provider Verizon beliefert, allerdings nicht das GSM-Handy, das bis zur Akquise von Infineons Wireless-Sparte durch Intel mit dem Basisband-Prozessor bestückt wurde. Da Qualcomm - anders als Intel - einen Chip anbieten kann, der CDMA und WCDMA vereint, kann Apple damit ein iPhone 5 produzieren, das auf der ganzen Welt nutzen lässt. In einer Analyse, die am 2. Juni öffentlich wurde, erklärt Analyst Berger, dass im dritten Quartal 2011 rund 8 Mio. iPhone 5 gefertigt werden.

Den Umsatz, den Qualcomm mit der CDMA-Version des iPhone 4 bislang in Q4 2010 und Q1 2011 erzielt hat, schätzt Berger auf 120 bis 170 Mio. Dollar, die Nicht-CDMA-Handys könnten bis zu 80 Mio. zusätzlich verkaufte Chips bedeuten, was einen Umsatz von weiteren 800 Mio. Dollar zur Folge hätte.

FBR setzte die Qualcomm-Aktie auf "Outperform" und gab einen Zielkurs von 70 Dollar an - aktuell bewegt sich die Qualcomm-Aktie noch weit unter 60 Dollar (56,20 Dollar am 9. Juni).