Marktanalyse OLED-Fernseher bleiben in den Startlöchern

2014 wird noch nicht das Jahr der OLED-Fernseher. Zwar gab es auf der Konsumelektronikmesse CES in Las Vegas zahlreiche neue Modelle zu sehen aber noch sind die Probleme in der Fertigung zu groß, um solche Fernseher in großer Zahl und zu erschwinglichen Preisen anzubieten.

Die Prognosen für OLED-Fernseher, aufgestellt von dem Marktforschungsunternehmen IHS, sehen so aus: 2014 werden die Hersteller rund 50.000 OLED-Panels ausliefern. Die einzigen beiden Hersteller, die solche großformatigen Displays momentan in Serie herstellen können sind LG und Samsung. In Zukunft soll dann der Markt weiter Fahrt aufnehmen und es werden wohl auch weitere Hersteller wie Sony und Panasonic dazustoßen. Im Jahr 2017 sollen bereits 5,1 Millionen OLED-Panels ausgeliefert werden und 2018 bereits 10 Millionen. Besonders viel ist das noch nicht. So wurden etwa 2012 immerhin noch rund 16 Millionen Röhrenfernseher weltweit verkauft.

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Millionen Einheiten 0,0 0,1 0,7 2,2 5,1 10,4

Das Problem an den Zahlen ist, dass sie in der Vergangenheit immer wieder revidiert werden mussten. Anfang letzten Jahres etwa, ging IHS noch von 1,7 Mio. verkauften Panels im Jahr 2015 aus, jetzt sind es noch 700.000.

Das liegt aber nicht nur an den Marktforschern sondern auch an den Herstellern, die Probleme bei der Fertigung der großen OLED-TV-Panels haben. IHS-Analyst Michael Grey sagt dazu, dass die Fertigungsausbeute noch immer deutlich niedriger sei, als bei den TFT-LCDs. Durch die niedrige Ausbeute kann der hohe Preis der Fernseher natürlich nicht sinken. Und da sie so teuer sind, bleibt die Käuferschicht klein.

Laut IHS kann LG momentan rund 8.000 Gen8-OLED-Substrate (2,20 m x 2,50) pro Monat herstellen, bald sollen es sogar 26.000 pro Monat sein. Bei Samsung sind es sogar 10.000 Substrate dieser Größe. Auf ein solch ein Substrat passen sechs 55-Zoll-Panels, wobei nur ein Teil dieser Kapazität für die Fertigung von TV-Panels genutzt wird.

OLED-TVs werden größer und UHD-fähig

Von den noch recht niedrigen Fertigungszahlen einmal abgesehen, zeigten die Hersteller jede Menge neue OLED-Fernseher auf der Konsumelektronikmesse CES in Las Vegas. Das zeigt, dass sie diesen Weg auf jeden Fall weitergehen. So führte LG ein 77-Zoll-UHD-Gerät vor, das sich mit der Fernbedienung sogar einen gewissen Grad biegen lässt. Ein echtes flexibles Fernsehdisplay also. Wie das genau funktioniert, verriet LG allerdings nicht. Mit diesen 77 Zoll liegt LG auch bei den Bildschirmdiagonalen ganz vorn. So will der Konzern, der aktuell nur einen gebogenen, 55-Zoll-HD-Fernseher anbietet, in diesem Jahr weitere UHD-Modelle mit 55, 65 und 77 Zoll auf den Markt bringen.

Konkurrent Samsung kann bisher nur einen 55-Zoll-OLED-Fernseher vorweisen. Für Vinita Jakhanwal von IHS ist das ein Hinweis sein, dass Samsung Probleme haben könnte, seine eigene OLED-Technik in größeren Diagonalen zu fertigen. Auf der anderen Seite zeigte Samsung einen 85 Zoll großen UHD-LCD-Fernseher, der sich ebenfalls per Fernbedienung biegen lässt. Das ist insofern überraschend, da man eine solche Flexibilität bisher nur der OLED-Technik zugetraut hat.

55-Zoll-UHD-OLED-Fernseher gab es auch von Panasonic zu sehen. Der japanische Konzern hat dafür eine Fertigungstechnik zusammen mit Sony und AUO aus Taiwan entwickelt. Ende 2013 hatten Sony und Panasonic jedoch das Ende ihrer Zusammenarbeit bekannt gegeben, um in Zukunft eigene OLED-Fernseher zu entwickeln. Bisher ist allerdings unklar, wann diese Geräte auf den Markt kommen werden.

Markt teilt sich auf

OLED-Fernseher zeigten auch erstmals chinesische Hersteller wie TCL, Hisense und Changhong, auch wenn sie nicht gebogen oder UHD-fähig waren. Die Panels dafür stammen aber nicht aus eigener Produktion sondern von LG. IHS geht davon aus, dass sich der Markt für OLED-Fernseher in diesem Jahr aufzuteilen beginnt: in einen Markt mit flachen HD-Geräten und einen Premium-Markt, mit gekrümmten UHD-Geräten.

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