Europäisches Forschungsprojekt für Navigation in Gebäuden Offene Navi-Plattform für ortsbezogene Dienste

Die Entwicklung ortsbezogener Dienste bleibt hinter den Erwartungen zurück. Grund: Es fehlt ein einheitliches Navigationssystem, das innerhalb von Gebäuden funktioniert. Mit dem EU-Forschungsprojekt »FIONA« soll jetzt eine offene Software-Plattform für die gebäudeinterne Navigation entstehen – und die Entwicklung von LBS-Diensten vereinfachen.

Das Forschungsprojekt FIONA (Framework for Indoor and Outdoor Navigation Assistance) will bis Februar 2016 eine Plattform schaffen, auf der ortsbezogene Dienste (Location Based Services, LBS) entwickelt werden können. Zehn Partner aus Wirtschaft und Forschung in fünf Ländern – Deutschland, Slowenien, Spanien, der Tschechischen Republik und der Türkei – erarbeiten hierfür einen Software-Rahmen, der die Entwicklung ortsbezogener Dienste erleichtert.

Kernpunkt ist die Definition der Architektur und der Schnittstellen, um Komponenten unterschiedlicher Hersteller in einem System zusammenzufügen. Zwei Anwendungen sollen inklusive Prototypen entwickelt werden: Ein Navigationsassistent für sehbehinderte und blinde Menschen, der mit hoher Präzision von Raum zu Raum sowie von Gebäude zu Gebäude lotsen kann und vor Hindernissen warnt. Der zweite Prototyp soll als virtueller Tourenführer beispielsweise für Museen, Einkaufszentren, Flughäfen oder Werkhallen dienen. Im Projektteam arbeiten Entwickler aus den Fachgebieten Positionierung, Hinderniserkennung, Navigation, Sicherheit und Interaktion zwischen Mensch und Computer, außerdem Experten für Systemintegration.

Die Projektleitung liegt bei der Robert Bosch GmbH in Stuttgart. Aus Deutschland beteiligen sich ferner das Fraunhofer-Institut für Eingebettete Systeme und Kommunikationstechnik (ESK), die Infineon AG und die Hochschule Ulm an dem Projekt, das mit 1,9 Mio. Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird.