3500 Arbeitsplätze vernichtet Nokia schließt seine Produktion in Rumänien

2008 verlagerte Nokia unter großen Protesten seine Fertigung aus Bochum ins rumänische Cluj, nur 3 Jahre später ist auch dieses Werk schon wieder Geschichte: Nokia baut insgesamt 3500 Stellen ab und schließt dabei auch die Produktion in Rumänien.

Die Marktanteile erudieren, die Provider boykottieren Nokias neues Smartphone-Betriebssystem Windows Phone und Neu-CEO Stephen Elop macht einen Fehler nach dem anderen – die Folge sind dramatisch sinkende Umsätze und der Absturz von Platz 1 auf 3 bei den Smartphone-Verkäufen. Ausbaden müssen dies u.a. die 2.200 Mitarbeiter im rumänischen Cluj, wo die Produktion zum Jahresende geschlossen wird. Nokia hatte die Produktion erst 2008 gegen Proteste der deutschen Politik und Gewerkschaften von Bochum dorthin verlegt. Seinerzeit hatte sich der Konzern von der Fertigung in Siebenbürgen Kostenvorteile versprochen.

Die Fabrik dort soll nun geschlossen werden, da sich der Markt für Basis-Handys und auch die Lieferkette inzwischen nach Asien verlagert hätten, sagte ein Nokia-Sprecher. Nokia habe die Entscheidung zur Werksschließung in Rumänien bereits im Februar getroffen, sagte der Vorsitzende des Regionalparlamentes in Cluj, Alin Tise, unter Berufung auf das Nokia-Management. Die Fabrik in Rumänien solle Ende Dezember geschlossen werden, die Angestellten würden ihr Gehalt aber bis März 2012 bekommen.

Außerdem plant Nokia den Abbau von 1.300 Arbeitsplätzen in der einst prestigeträchtigen Navigationssparte, in welche die Finnen 2007 mit der fast sechs Milliarden Euro schweren Übernahme des Marktführers Navteq eingestiegen waren.

Die neuen Streichungspläne folgen dem bereits angekündigten Abbau von konzernweit 4.000 Stellen, mit dem Nokia eine Milliarde Euro sparen will.

Den erhofften Einsparungen steht aber auch eine milliardenschwere Ausgabe gegenüber: Nokia muss zusammen mit Partner Siemens die gemeinsame Netzwerktochter NSN mit insgesamt einer Milliarde Euro unterstützen. Im Zuge der Sanierung ist auch Ex-Nokia-Chef Kallasvuo seinen letzten wichtigen Konzernposten los. Der dänische Finanzmanager Jesper Ovesen löst ihn als Chef des NSN-Aufsichtsrats ab.