Goldener Handschlag Nokia-CEO Stephen Elop kassiert fast 19 Mio. Euro Abfindung

Microsoft-CEO Steve Ballmer  seinen Freund Stephen Elop bald wieder in Redmond begrüßen - als seinen Nachfolger?
Microsoft-CEO Steve Ballmer kann seinen Freund Stephen Elop bald wieder in Redmond begrüßen - als seinen Nachfolger?

Der Verkauf von Nokias Handy-Sparte an Microsoft für 7,2 Mrd. Dollar hat sich vor allen Dingen für Noch-CEO Stephen Elop gelohnt: Der 49jährige Kanadier erhält 25,4 Mio. Dollar (rund 18,8 Mio. Euro) Abfindung und einen Top-Management-Posten bei seinem alten Arbeitgeber. In Finnland sorgte die Vereinbarung für Empörung.

Konkret erhält Elop, der nach seiner Karriere bei Microsoft im September 2010 Nokia-Chef wurde, rund 14,6 Mio. Euro an aktienbasierten Vergütungen und 4,6 Mio. Euro Bonus für den Abschluß des Microsoft-Deals.

Von der gesamten an Elop zu zahlenden Summe wird Microsoft 70 % und Nokia 30 % bezahlen. Seit seinem Amtsantritt hat Elop trotz der desaströsen finanziellen und Aktienkurs-Entwicklung (der Kurs direkt vor Elops Abkündigung von Nokias Erfolgsbetriebssystem Symbian betrug 8,08 Euro, direkt vor der Bekanntgabe des Verkaufs an Microsoft nur noch 2,95 Euro) rund 9 Mio. Euro an Gehalt und Boni kassiert.

In Finnland, wo Nokia zu besseren Zeiten eines der Vorzeigeunternehmen schlechthin war und das bekannt für bescheidene Management-Gehälter ist (so verdient Chairman und Interims-CEO Risto Siilasmaa lediglich 500.000 €, davon 40% in Form von Aktienoptionen), sorgte die Bekanntgabe für Empörung.

Lauri Ihalainen, Finnlands Arbeitsminister , wurde mit den Worten "man fühlt sich ein wenig mulmig" zitiert. Die Vereinbarung mache es Elop einfach, das Handy-Geschäft an Microsoft zu übergeben. Dazu äußerte der Politiker Zweifel darüber, was Elops Aufgabe gewesen sein könne – eine diplomatische Umschreibung des Verdachtes, Elop könne die 3 Jahre seines Wirkens nicht wirklich in Nokias, sondern in Microsofts Interesse gehandelt haben.

Der 49jährige Elop kann in der Tat mit einer Schreckensbilanz seiner Amtszeit aufwarten: Unmittelbar nach der fatalen Ankündigung der Exklusiv-Partnerschaft mit Microsoft bei Smartphones und der Abkündigung von Symbian im Februar 2011 begann Nokia, Quartal um Quartal Marktanteile bei Smartphones zu verlieren und millionenschwere Verluste einzufahren. Der gebürtige Kanadier baute in der Folge zehntausende Arbeitsplätze ab, verkaufte Assets wie Nokias Firmenzentrale und schloss die letzte finnische Handy-Fabrik. Aus dem ehemals Weltmarktführer für Mobiltelefone ist heute im lukrativen Smartphone-Markt ein Nischenanbieter geworden, dem nicht nur Samsung und Apple, sondern auch Hersteller wie HTC, LG oder Huawei das Wasser abgegraben haben.

Sobald das unprofitable Handy-Geschäft weg sein wird, wird Nokia ähnlich wie Schwedens Ericsson, das sich 2012 aus dem Mobilgeräte-Geschäft verabschiedet hat, sich nach dem Kauf der SIEMENS-Anteile bezüglich des Joint-Ventures Nokia Siemens Networks primär auf Kommunikationslösungen stützen.

Dazu kommen nach der 8,1 Mrd. Dollar schweren Übernahme des US- Unternehmens Navteq der Kartendienst Here und ein separater Geschäftsbereich mit dem Schwerpunkt auf der Monetarisierung von Nokias riesigen Patent-Portfolio,das jährliche Lizenzeinnahmen von rund 500 Mio. € erwirtschaftet.