Umsatzrückgang und Verluste Nokia auch 2013 weiter auf dem absteigenden Ast

Das Lumia 920 von Nokia.
Das Lumia 920 von Nokia.

Analysten blickten voller Hoffnung auf die Quartalszahlen des finnischen Handyherstellers Nokia, doch sie wurden einmal mehr bitter enttäuscht. Der Umsatz ging weiter zurück, ebenso die Anzahl der verkauften Geräte. Der Verlust beträgt mehr als 300 Mio. Euro. Der Aktienkurs stürzte zweistellig ab.

Mit 5,85 Mrd. Euro Umsatz verlor Nokia insgesamt im Vergleich zum letzten Quartal 27 %, im Vergleich zum identischen Quartal des Vorjahres (Q1 2012) 20 %. Die Zahlen für die Handy-Sparte, »Devices & Services« genannt, verlor sogar noch starker: -32 % zum letzten Quartal, -25 % zu Q1 2012. Am Ende des Tages steht ein Verlust von 339 Mio. Euro.

Besonders beunruhigend ist dabei die Tatsache, dass sowohl bei den Smartphones als auch bei den »einfachen« Handys  die Verkaufszahlen im Gegensatz zu dem allgemeinen Markttrend rückläufig sind: Nur noch 6,1 Mio. Smartphones (davon 5,6 Mio. Lumia) konnten die Finnen verkaufen, nachdem CEO Stephen Elop Symbian ja bekanntlich abgekündigt hatte, wurden nur noch 500.000 Symbian-Smartphones verkauft. Dass man mit 191 Euro einen um 5 Euro höheren durchschnittlichen Verkaufspreis als im Vorquartal erzielen konnte, tröstet bei diesen Zahlen natürlich wenig.

Noch bitterer sieht die Sache bei den einfachen Handys aus. Nicht nur die Verkaufszahlen brachen auf nur noch 55,8 Mio. Geräte ein (-30 % gegenüber Q4 2012, -21 % gegenüber Q1 2012), auch der durchschnittliche Verkaufspreis ging um weitere 10 % auf jetzt nur noch 28 Euro zurück – mit anderen Worten: Nokia muss diese Geräte verramschen.

Wenn man sich die geografische Verteilung der Verkäufe ansieht, wird das Problem von Nokia erst richtig deutlich: In den USA findet Nokia quasi nicht mehr statt: Es wurden insgesamt nur noch 400.000 Geräte verkauft (-43 % gegenüber Q4 2012, -33 % gegenüber Q1 2012), und im wichtigsten Wachstumsmarkt China sieht die Verkaufszahlenentwicklung wie folgt aus: Q1 2012 9,2 Mio. Geräte, Q4 2012 4,6 Mio. und jetzt nur noch 3,4 Mio. (-63% bzw. -26 %).

Selbst in Nokias »Stammkontinent« Europa, wo man einst 90 % Marktanteil hatte, brechen die Verkaufszahlen weg: 19,4 Mio. Geräten in Q4 2012 folgten jetzt nur noch 11,8 Mio. (-39 %). Der Vollständigkeit halber hier noch die Zahlen für die anderen Regionen: Mittlerer Osten und Afrika -29%, Restliches Asien ohne China -20% und Lateinamerika -31 %.

In Summe wurden gegenüber Q4 2012 fast 25 Mio. Geräte weniger verkauft (-28 %), und selbst wenn man berücksichtigt, dass Q4 traditionell wegen Weihnachten stark ist, auch im Vergleich zu Q1 2012 sieht kaum erfreulicher aus: 21 Mio. Geräte weniger bedeuten -25 % Verkäufe.

Fast erfreulich sehen im Vergleich dazu die Verluste bei dem Joint-Venture Nokia Siemens Networks aus: »Nur« -5 % gegenüber Q1 2012 bedeuten 2,8 Mrd. Umsatz. Die Entwicklung der Kartendienste »Here« sieht dagegen wieder ähnlich schlimm aus wie bei den Handys: 216 Mio. Umsatz bedeuten -22 % sowohl gegenüber Q4 2012 als auch gegenüber Q1 2012. Waren Ende März 2012 noch 122.148 Menschen bei Nokia beschäftigt, sank diese Zahl auch jetzt 94.317 (-23 %).

Die Frage, welche Marktanteile Nokia bei Smartphones und einfachen Handys noch besitzt, kann erst dann beantwortet werden, wenn die Konkurrenz (Samsung, Apple usw.) ihre Zahlen präsentiert hat. Wenn man jedoch die sinkenden Verkaufszahlen von Nokia in einem insgesamt wachsenden Markt sieht, werden diese weiter sinken – dabei hatte man schon im Q4 2012 nur noch 3 % Marktanteil bei den Smartphones, in Summe aller Geräte 2012 knapp mehr als 5 %.