Unterhaltungselektronik Niemand will 3D sehen

Das Fernsehen mit 3D-Brille kommt offensichtlich nicht so gut bei den Zuschauern an. Ein Grund könnte sein, dass es unpraktisch ist.
Das Fernsehen mit 3D-Brille kommt offensichtlich nicht so gut bei den Zuschauern an. Ein Grund könnte sein, dass es unpraktisch ist.

Das dreidimensionale Fernsehen mit Brille ist offensichtlich ein Flop. Die britische BBC hat ihr 3D-Programm nach zwei Jahren Testlauf wieder eingestellt. In Deutschland gibt es 3D-Sendungen bisher kaum.

Die öffentlich-rechtliche BBC hat bekanntgegeben, ab Ende des Jahres keine 3D-Programme mehr zu produzieren, da die Akzeptanz bei den Zuschauern zu gering sei. Allerdings scheint das Problem nicht unbedingt beim 3D-Fernsehen an sich zu liegen sondern eher bei der aktuellen Technik. So äußerte sich der bei der BBC für die 3D-Sendungen zuständige Kim Shillinglaw mit den Worten, dass 3D-Fernsehen derzeit zu umständlich für die Zuschauer sei. So müssten sie erst einmal ihre Brillen suchen, bevor sie überhaupt so eine Sendung sehen könnten.

Shillinglaw zufolge plant die BBC nun erst einmal eine dreijährige Pause bei der Entwicklung von 3D-Programmen ein und wolle warten, was passiert. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass die BBC auf alltagstaugliche Fernseher wartet, die ohne 3D-Brille auskommen.

Im Jahr 2011 hatte die BBC damit begonnen, Sendungen in 3D auszustrahlen. Ein Höhepunkt war die Eröffnungszeremonie für die Olympischen Spiele in London im letzten Jahr. Von den 1,5 Millionen britischen Haushalten mit einem 3D-fähigen Fernseher wollten allerdings nur die Hälfte das in 3D sehen. Andere Sendungen in der Weihnachtszeit hätten es gerade einmal auf 5 Prozent des Zuschauerinteresses gebracht.

In den USA hat auch der Sportsender ESPN sein 3D-Programm aus Mangel an Zuschauerinteresse aufgegeben. Es hätte sich herausgestellt, dass nie mehr als 120.000 Zuschauer 3D geschaut hätten.

Der gfu (Gesellschaft für Unterhaltungselektronik) zufolge, wurden in Deutschland im Jahr 2011 rund 1,7 Millionen 3D-fähige Fernseher verkauft, im Jahr 2012 schon 3,2 Millionen. Zahlen zur Akzeptanz von 3D-Sendungen bei den Zuschauern gibt es aber kaum, da es bisher nur wenige davon im deutschen Fernsehprogramm gibt. Lediglich der Bezahlsender Sky bietet 3D-Sendungen im größeren Stil.