Samsungs neues Flagschiff Nachfolger des Exynos-5 Octa-Prozessor bringt Rechenleistung der Superlative

Ein Rechenmonster für Mobilgeräte: Der neue Exynos Octa mit GPU Mali-T628.
Ein Rechenmonster für Mobilgeräte: Der neue Exynos Octa mit GPU Mali-T628.

Offensichtlich hat die Spezifikations von Qualcomms Snapdragon-800 dem koreanischen Elektronikkonzern Samsung sehr zugesetzt, denn nur wenige Monate nach der Präsentation des ersten Octa-Core-Proezssors für Mobilgeräte gibt es einen Nachfolger – und der hat es wahrlich in sich.

Der bisherige Exynos-Octa tauchte bislang ausschließlich und neben Qualcomms Snapdragon-600 im hauseigenen Smartphone Galaxy 4 auf. Er besteht aus 4 Cores des Typs ARM Cortex-A15 (1,6 GHz) und 4 weiteren des Typs ARM Cortex-A7 (1,2 GHz), die in einer Big.LITTLE-Konfiguration zusammengeschaltet wurden. Daneben gibt es eine TriCore-GPU des Typs Imagination SGX544.

Der größte Unterschied des neuen Chips, der wie sein Vorgänger in einem 32-nm-High-K/Metal-Gate-Prozess bei Samsung gefertigt werden dürfte, ist eine neue GPU: Imagination wurde zu Gunsten von ARMs Flagschiff Mali-T628 ausdesignt, das in einer 6-Core-Version zum Einsatz kommt (möglich sind 4-8 Cores). Damit soll die 3D-Grafik-Rechenleistung mehr als verdoppelt werden. Für ARM stellt es natürlich einen riesigen Design-Win dar, jetzt auch auf der GPU-Seite in High-End-SoCs Einzug zu halten.

Malis sogenannte Grafik-Prozessing-Einheiten (GPGPU) können ähnlich wie AMDs APUs dazu hergenommen werden, komplexe und rechenintensive Algorithmen, die traditionell auf der CPU ausgeführt werden, abzuarbeiten und dabei Vorteile aus der weitreichenden Parallelisierbarkeit ziehen. Unterstützt werden OpenGL ES 3.0 und Open CL 1.1, was u.a. für Spiele relevant ist.

Die Taktfrequenzen der CPUs wurden für eine höhere Rechenleistung angehoben: Die Cortex-A15 von 1,6 auf 1,8 GHz und die A7 von 1,2 auf 1,3 GHz. Damit verfügt der Exynos 5420, so die offizielle Produktbezeichnung, über rund 20 % mehr Rechenleistung, durch ein optimiertes Power-Design soll die Leistungsaufnahme bei realen Applikationen nicht ansteigen – was in Praxistests zu beweisen wäre.

Ein wichtiges Element beim Energiesparen ist ein neuer IP-Block mit der Bezeichnung “Multiple Bild-Kompression” (MIC), der beim Web-Surfen oder anderen Applikationen, die regelmäßig neue Inhalte auf das Display bringen, Bilder oder Videos aus dem Speicher auf den Bildschirm transferiert, ohne die CPUs zu belasten. Unterstützt werden Auflösungen bis zu WQXGA (2500x1600 Pixel).

Auf der Speicherseite wird jetzt Zwei-Kanal-LPDDR3 mit 933 MHz unterstützt, was zu einer maximalen Datenübertragungsrate von 14,9 GB/s führt. Damit kann ein Wifi-Display mit Full-HD-Inhalten bedient werden. Auch auf der Video-Seite hat Samsung draufgelegt: Es gibt jetzt in Silizium gegossene Codec-Engines, die sowohl beim Aufnahmen als auch Abspielen 1080p mit 60 Frames/s erlauben.

Laut Samsung soll die Massenproduktion bereits im August anlaufen – damit könnten Geräte bereits zum Weihnachtsgeschäft 2014 auf den Markt kommen und mit solchen konkurrieren, die durch Qualcomms Snapdragon-800 – und auf Tablet-Seite Intels “Bay-Trail”-SoCs - angetrieben werden.

Abzuwarten bleibt, ob auch Apple auf der GPU-Seite von Imagination zu ARM wechseln wird – die nächste iPhone-Generation wird es uns zeigen.