Bluetooth SIG veröffentlicht eigene Entwicklungsumgebung: Kostenloses Developer Studio

Die Bluetooth Special Interest Group stellt eine eigene Entwicklungsumgebung vor, mit der sich Geräteprofile entwerfen und testen lassen. Das Tool erzeugt ein Code-Grundgerüst, das dann mit den Entwicklungswerkzeugen des Chip- oder Modulherstellers weiterbearbeitet werden kann.

Um das neue Bluetooth Developer Studio zu entwickeln, hat die Bluetooth Special Interest Group (SIG) eigens Entwickler und einen Produktmanager eingestellt. Das Developer Studio, von dem die Bluetooth SIG jüngst eine erste Beta-Version vorstellte, soll die Lernkurve für die Entwicklung von Bluetooth-Geräten und -Apps verkürzen und gleichzeitig helfen, die Kompatibilität sicherzustellen.

Profile auswählen und editieren

Die Entwicklung eines Bluetooth-Geräts beginnt mit einer Designphase, in der der Funktionsumfang und die Fähigkeiten des Geräts definiert werden. Bluetooth kennt hierfür sog. Profile, die einen standardisierten Funktionsumfang einer bestimmten Geräteklasse festlegen. Die Profile sind jedoch nicht in Stein gemeißelt, sondern können über „Extensions“ erweitert werden. Sollte also ein Entwickler ein Gerät entwickeln, das sich bisher noch niemand vorstellen konnte, dann ist auch das möglich. Das Developer Studio unterstützt den Entwickler beim Entwurf des Profils mit einer grafischen Benutzeroberfläche und integierten Bibliotheken von Funktionsbausteinen, die von der Bluetooth SIG definiert wurden. Statt alles von Grund auf neu zu entwerfen, wählt der Entwickler die gewünschten Funktionen aus einer Liste aus und zieht die Listeneinträge in sein Gerätedesign. Zum Beispiel braucht jedes Gerät, das mit einer Batterie arbeitet, einen „Battery Service“. Er sorgt u.a. dafür, dass Apps, die mit dem Gerät verbunden sind, den Batterieladezustand anzeigen können. Ist das Profil fürs Erste fertig, dann kann es im Developer Studio virtuell getestet werden. Virtuell bedeutet, dass in einer Simulation ohne reale Hardware oder Software getestet wird. Hierbei wird zunächst geprüft, ob sich das Gerät so verhält, wie es beabsichtigt ist.

Code generieren

Danach ist es an der Zeit, die Hardware-unabhängige Phase der Entwicklung zu verlassen, denn die Bleutooth-Chipsätze oder -Module werden über ihre speziellen Programmierschnittstellen angesteuert oder sogar in eigenen Programmiersprachen programmiert. An dieser Stelle wird der Quellcode für eine bestimmte Zielplattform erzeugt. Dazu bringt das Developer Studio eine Reihe von Plug-ins mit, die die Codegenerierung übernehmen. Die Plug-ins werden von den jeweiligen Hardware-Herstellern beigesteuert bzw. gesponsert. Der erzeugte Code ist ein Grundgerüst, das dann in die Standard-Entwicklungsumgebung des jeweiligen Hardware-Herstellers importiert werden kann. Hier werden letzte Parameter eingegeben und Anpassungen vorgenommen. Auf der anderen Seite ist auch die Erzeugung sog. Client-Apps an dieser Stelle möglich. Damit können die korrespondierenden Smart­phone-, Tablet- oder PC-Anwendungen, die mit dem Bluetooth-Gerät kommunizieren, zum Beispiel Werte anzeigen und Steuerbefehle übermitteln. Das Blue­tooth Developer Studio bringt auch die notwendigen Werkzeuge für die Erzeugung neuer Plug-ins mit. Hardware-Hersteller, die ein Plug-in entwickeln wollen, um Unterstützung für ihre Bluetooth-Chips im Developer Studio zu integrieren, können selbst auf das Developer Studio zurückgreifen, um das Plug-in zu entwickeln.