Studie Digitalisierung in Deutschland Initiative D21 sieht Licht und Schatten

Persönliche Internetnutzung: 81 Prozent nutzen gelegentlich das Internet. Stark zunehmend ist in den letzten drei Jahren die mobile Internetnutzung.
Persönliche Internetnutzung: 81 Prozent nutzen gelegentlich das Internet. Stark zunehmend ist in den letzten drei Jahren die mobile Internetnutzung.

Die gute Nachricht: Der Digitalisierungsgrad in Deutschland steigt. Die Schlechte: die digitale Spaltung bleibt. Was kennzeichnet neben Überforderung und Skeptizismus die deutsche Gesellschaft nach der aktuellen Digitalisierungs-Studie der Initiative D21?

Die Initiative D21 e. V. stellte gestern gemeinsam mit Staatssekretär Matthias Machnig die Ergebnisse des D21-Digital-Index 2017 / 2018 im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) vor. Die Studie wurde von Kantar TNS durchgeführt und liefert seit 2013 jährlich ein umfassendes Lagebild zur Digitalen Gesellschaft in Deutschland.

Die deutsche Gesellschaft ist mit 53 Indexpunkten so digital wie nie zuvor. Der D21-Digital-Index gibt den Digitalisierungsgrad der Gesellschaft auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten wieder und fasst die Komponenten Zugang, Nutzung, Kompetenz und Offenheit in einer einzigen Kennzahl zusammen. Erstmals seit 2013 steigt der Indexwert um 2 Punkte im Vergleich zum Vorjahr an. Verantwortlich dafür sind Steigerungen bei Kompetenz und Offenheit. Trotz Verbesserungen befindet sich der Digitalisierungsgrad der Deutschen weiterhin nur auf mittlerem Niveau.

Viele fühlen sich von Komplexität der Digitalisierung überfordert

»Wir beobachten zwar eine positive Entwicklung: Immer mehr Menschen bewegen sich souveräner, kompetenter und aufgeschlossener in der digitalen Lebenswelt«, erklärte Hannes Schwaderer, Präsident der Initiative D21 und Head of Enterprise Sales bei Intel: »Doch nach wie vor fühlen sich viele nicht für die digitale Welt gewappnet. 32 Prozent der Befragten gaben an, dass sie die Dynamik und Komplexität der Digitalisierung überfordere. Um nicht große Teile der Bevölkerung dauerhaft von der digitalen Teilhabe auszuschließen sind deutlichere Anstrengungen in allen Bereichen der Bildung notwendig, sei es in der Schule, Berufsausbildung oder auch der Erwachsenenbildung.«

Nach dem D21-Digital-Index lässt sich die Bevölkerung in drei Hauptgruppen unterteilen (mit wiederum sieben Nutzertypen): 34 Prozent sind den »Digitalen Vorreitern« zuzuordnen, Menschen die sich alltäglich und souverän in der digitalen Welt bewegen und mit den aktuellsten Entwicklungen Schritt halten. Den größten Teil machen mit 41 Prozent die »Digital Mithaltenden« aus, also Personen, die sich gelegentlich in der digitalen Welt bewegen und dort einigermaßen zurechtfinden. Das bedeutet aber auch, dass ein ganzes Viertel der Bevölkerung — und damit 16 Millionen Menschen — zu den »Digital Abseitsstehenden« gehört. Diese partizipieren gar nicht oder nur in sehr geringem Umfang an der digitalen Welt.

Die einzelnen Komponenten des D21-Digital-Index (Zugang, Nutzung, Kompetenz und Offenheit) sind bei den Befragten unterschiedlich verteilt, die deutsche Gesellschaft ist bzgl. ihrer digitalen Möglichkeiten in vielerlei Hinsicht gespalten.

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Digitalisierung in Deutschland: D21-Digital-Index 2017 / 2018

Ausgewählte Ergebnisse der Studie D21-Digital-Index 2017 / 2018 der Initiative D21 e.V.