ST verstößt gegen Vertrag mit Nokia HTC muss sich für Top-Smartphone »One« neues Mikrofon suchen

Benötigt ein neues Mikrofon - das Top-Handy HTC One
Benötigt ein neues Mikrofon - das Top-Handy HTC One

Nach einem Bericht der taiwanischen Zeitung Taipei Times hat ein Gericht in Amsterdam dem Chip-Hersteller ST Microelectronics auf Antrag des finnischen Handy-Herstellers Nokia verboten, den taiwanischen Wettbewerber HTC weiterhin mit Komponenten für das Mikrofon seines Top-Smartphones HTC One zu beliefern.

Zum Glück aus Sicht von HTC weigerte sich das Gericht zumindest, einem Antrag Nokias stattzugeben, HTC auch die Nutzung von schon bereits seitens ST Microelectronics gelieferten Komponenten zu untersagen. Diese darf HTC weiterhin einbauen.

Nokia hatte ST Microelectronics verklagt, da der Chiphersteller mit der Belieferung von HTC gegen einen mit Nokia für die strittigen Komponenten abgeschlossenen einjährigen Exklusivvertrag verstoßen haben soll – was der Amsterdam District Court jetzt bestätigt hat. Das Gericht ist zuständig, da ST Microelectronics trotz signifikanter Beteiligungen des französischen und italienischen Staates formell seinen Sitz in den Niederlanden hat.

Einige von der Taipei Times zitierte Analysten glauben nicht, dass dieses Urteil die Lieferfähigkeit von HTC beeinträchtigen wird. Sie glauben, dass die Taiwaner eine »Second Source« mit vergleichbarer Produktqualität in der Hinterhand haben.

In Deutschland hatte Nokia wegen drei vermeintlichen Patent-Verletzungen HTC direkt am Landgericht Mannheim verklagt, ist jedoch jedesmal gescheitert. Im letzten Fall ging es um ein »Kommunikationsterminal für Internetzugriffe«, bei dem das Gericht keine Verletzungen von Nokia-Patenten durch HTC erkennen konnte.