Vertu schließt Werk Handy mit Alligator-Leder doch nicht so beliebt

Goldene Appliaktion auf einem Vertu Luxus-Handy, gesehen in Dubai
Goldene Appliaktion auf einem Vertu Luxus-Handy, gesehen in Dubai

Vertu, ein Hersteller für Luxus-Handys ist pleite. Ein letzter Rettungsversuch scheiterte gestern vor dem Englischen Gerichtshof. Nun schließt Vertu seine Produktionsstätte mit 200 Mitarbeitern in England.

Die Verhandlungen über einen Rettung des Handy-Herstellers Vertu sind endgültig gescheitert. Der High Court lehnte den Rettungsplan des Gesellschafters Hakan Uzun ab. Vertu ist mit geschätzten 128 Millionen Pfund verschuldet. Seit mehreren Monaten häufen sich die Berichte über ausstehende Zahlungen an Mitarbeiter und Zuliefere wie Quallcom. Gegenüber der BBC äußerte sich ein Mitarbeiter mit den Worten: »Die Auflösung steht bevor und ich werde von ihnen nicht mehr bezahlt«.

Kroko-Leder und Juwelen

Vertu stellt exklusive Handys aus Titan und Saphirglas her, die Wahlweise mir Krokodil- oder Kalbsleder sowie Goldapplikationen und Diamanten verziert sind und um die 10.00 € kosten. Bis vor kurzem boten sie dazu noch einen eigenen Concierge-Dienst an. Laut ihrer Internetseite wurden aber alle Service-Dienstleitungen bis auf weiteres eingestellt.

Der lange Abstieg

Dem Absturz von Vertu ging die Einführung des IPhones 2007 und die Finanzkrise 2008 voraus. Dazu kamen Firmen wie Gold Standard die Leder- oder Goldhüllen für IPhones anbieten. Vertu war ein Tochterunternehmen von Nokia, bevor die Schweden es an die Firma Godin Holding, eine Gruppe chinesischer Investoren mit Sitz in Hong Kong, verkauften. Im März war Vertu an den aus der Türkei stammenden Geschäftsmann Hakan Uzan für 50 Millionen Pfund verkauft worden. Die Vorbesitzer haben allerdings rechtliche Schritte gegen Uzan angekündigt da sie laut eigener Aussage noch nicht bezahlt wurden.