Mobilfunk Google zur Handy-Positions-Erfassung: Daten sind anonym

Ist auch der Android von Google ein Positionsdaten-Bösewicht? – Neue Nachforschungen legen den Verdacht zumindest sehr nahe.
Ist auch der Android von Google ein Positionsdaten-Bösewicht? – Google sagt: Nein, denn die an Google gesendeten Daten sind anonym!

Nachdem die iPhones und iPads von Apple wegen der geheimen Abspeicherung und ungeklärten Weiterverarbeitung von Handy-Positionsdaten in die Schlagzeilen geraten sind, so sind auch die Smartphones auf Basis des Google-Betriebssystems Android unter einen ähnlichen Verdacht geraten. Laut Google sind die Daten aber streng anonym.

Wie das Wall Street Journal herausgefunden haben will, sollen die iPhones und auch die Android-Smartphones die Positionsdaten in regelmäßigen Intervallen an Apple bzw. Google senden – das Ganze wäre bei Nicht-Anonymität ein ebenso fragwürdiges wie auch aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten erklärbares Unterfangen – denn beide Unternehmen suchen Marktmacht zu erhalten bzw. zu gewinnen – und das geht eben nur mit Daten über das Nutzerverhalten.

Immerhin ist der Markt für Location Based Services derzeit rund 2,9, Mrd. Dollar groß, und er soll laut Gartner-Marktforschungen bis 2014 auf 8,3 Mrd. anwachsen – diese Summen anzuzapfen ist also ein gutes Geschäft.

Wie Ingenieure im Zusammenhang mit den Nachforschungen über die Android-Telefone herausgefunden haben wollen, erfasse ein HTC-Handy beispielsweise alle paar Sekunden die Position und sende mehrmals pro Stunde ein komprimiertes Datenpaket hierüber zu Google. Mit dazu packen soll es gleich die Adressen und Feldstärken der umliegenden WLAN-Knotenpunkte und eine Identifikationsummer des Telefons. Allerdings sollen keine personenbezogenen Daten wie z.B. Mail-Adressen mit dabei sein.

Kay Oberbeck, Unternehmenssprecher Google hierzu: »Jegliche Freigabe von Positionsdaten auf Android-Geräten bedarf der vorherigen Zustimmung durch die Nutzer. Um auf Android-Geräten die Nutzung mobiler Dienste zu verbessern, stellen wir Nutzern Informationen zum Einsatz des Standortes und Kontrollmöglichkeiten der Sammlung und Freigabe zur Verfügung. So werden zum Beispiel für eine begrenzte Zeit manche standortbezogene Informationen lokal auf den Geräten selbst gespeichert. Jegliche Standortdaten, die an Standort-Server von Google gesendet werden, sind anonym und in keiner Weise verbunden oder zurückführbar auf einen speziellen Nutzer.«

Google war übrigens mit Wireless-Daten-Sammel-Aktivitäten bereits bis zum letzten Jahr in die Schlagzeilen geraten, weil nämlich die StreetView-Fotografier-Fahrzeuge auch gleich die WLANs mit abfragten.

Zu Apple: In den USA entsteht momentan eine Welle der Entrüstung über die Sammel-Aktivitäten der iPhones und iPads, zu denen Details immer noch nicht gänzlich offengelegt sind. Klagen sollen bereits eingereicht worden sein.