Computex 2011 Glowball zeigt Leistungsfähigkeit der Quadcore-Plattform Nvidia Tegra 3

Erste Muster des neuen Quadcore-SoCs Tegra 3 von Nvidia sind fertig. In einem vierminütigen Video zeigt der Grafik-Spezialist, welche Möglichkeiten seine neue Plattform mit dem Codenamen Kal-El bietet. Das Demo-Spiel Glowball für Android 3.0 Honeycomb sieht schon beeindruckend aus.

Bescheidenheit kann man Nvidia nicht vorwerfen: Die Prozessor-Roadmap enthält nach dem Tegra-3 (Superman) die Codenamen Wayne (Batman), Logan (Wolverine) und Stark (Iron Man) - alles bekannte Superhelden.

Auf dem diesjährigen Mobile World Congress (MWC) wurde freilich erstmal Kal-El vorgestellt, der dank vier jeweils mit 1,5 GHz getakteten ARM Cortex-A9-MPCore auf 15000 DMIPS kommen sollte.

Im Vergleich zum Vorgängermodell Tegra-2 wird Tegra-3 eine "dreimal schnellere Grafik" aufweisen - so Nvidia auf dem MWC. Dies würde bedeuten, dass Tegra-3 rund 270 Mio. Dreiecke/s liefern wird, dass ist deutlich mehr als TI's PowerVx-Engine 554 von OMAP5 und Qualcomms Adreno-225-GPU, die in der Dual-Core-Version zum Einsatz kommen soll: Beide liegen jeweils bei 175 Mio. Dreiecken/s. Lediglich Qualcomms GPU Adreno 320 toppt diesen Wert mit geschätzten 330 Mio. Dreiecken/s, diese GPU wird allerdings nur in der Quad-Core-Snapdragon-Version zum Einsatz kommen, die wegen eines zu hohen Energiebedarfs nicht für Mobilgeräte sondern für Netbooks & Co. gedacht ist.

Es wird eine Tablet-Version mit der Bezeichnung T30 geben, die Displays mit bis zu 1920x1200 Bildpunkten unterstützt und eine Smartphone-Version mit der Bezeichnung AP30, welche Displays mit "nur" 1366x768 Punkten unterstützt. Weiterhin wird Blu-Ray-Video unterstützt.

Sichtbarste Neuerung in der heute in Taipei gezeigten Demo auf erstem Tegra-3-Silizium ist die Integration von dynamischem Licht. Das muss nun nicht länger dauerhaft von einer Seite kommen, sondern kann auch aus einer sich bewegenden Quelle entspringen. Nach Angaben von Nvidia lässt sich sowohl die Lichtfarbe als auch die Intensität stufenlos einstellen.

In der Demo fungiert ein Ball als Lichtquelle und Kal-El berechnet mit seinen 4 Cortex-A9-Cores im Rollen der Lichtkugel die dynamische Beleuchtung und Schatten in Echtzeit inklusive der Physikeffekte. Im Video werden dazu einige physikalische Effekte demonstriert, wie etwa im Wind flatternde Tücher, die auf den Lagesensor reagieren oder fallende Fässer. Sie werden nach Angaben von Nvidia in Echtzeit berechnet. Der Ball wird über den Lage- und Beschleunigungssensor im  mobilen Gerät gesteuert.

Die Gesamtheit der Funktionen ist nur mit einem Quadcore-Prozessor ARM Coertex-A9 flüssig darstellbar, deren einzelne Cores die Berechnung der verschiedenen Effekte übernehmen. Als Nvidia zum Vergleich zwei der vier Cores abschaltet, gerät Glowball fürchterlich ins Stocken, obwohl beide Cores unter voller Last arbeiten.

Tegra 3 soll bereits ab August 2011 in ersten Android-Geräten zu finden sein.