Kurzwellen-/UKW-Funk Funkamateure helfen nach der Taifun-Katastrophe

Über den Deutschen Amateur-Radio-Club kann man Kontakt zu Philippinischen Funkamateuren aufnehmen um z.B. Vermisste zu suchen.
Über den Deutschen Amateur-Radio-Club kann man Kontakt zu Philippinischen Funkamateuren aufnehmen um z.B. Hilfe bei der Vermisstensuche nach der Taifun-Katastrophe zu bekommen.

Seit Tagen sind die Philippinen von den Nachwirkungen eines verheerenden Taifuns betroffen. Die Funkamateure des philippinischen Amateurfunkverbands PARA helfen nun bei der Suche nach Vermissten. Angehörige z.B. in Deutschland können so in Erfahrung bringen, wie die Situation vor Ort ist und Lebenszeichen von ihren Verwandten bekommen.

Der Taifun Haiyan hatte am 7. November auf den Philippinen große Schäden verursacht und unzählige Menschenleben gekostet. Die Situation auf den Philippinen ist nach der Katastrophe weiterhin problematisch. Im Bereich der Kommunikation sind offenbar erste Besserungen zu beobachten, wie vom philippinischen Amateurfunkverband PARA zu erfahren ist. In den vergangenen zwei Tagen wurde das Handynetz an einigen Orten wiederhergestellt. So sind vorübergehend Verbindungen mit dem Handy möglich. Die Amateurfunkaktivitäten in den Kurzwellen- und UKW-Bändern konzentrieren sich jetzt darauf zu verifizieren, wo sich Menschen befinden.

Viele Philippiner, die in den betroffenen Gebieten leben, haben Angehörige in anderen Ländern, die sich um ihre Verwandten Sorgen machen. Der Deutsche Amateur-Radio-Club e.V. hat bereits Suchanfragen von philippinischen Bürgern, die in Deutschland leben, an den Amateurfunkverband PARA weitergeleitet und Rückantworten erhalten. Bei einem Ausfall der Telefon- und Handy-Infrastruktur durch Naturkatastrophen wurden in der Vergangenheit oftmals wichtige Informationen und Lebenszeichen per Amateurfunk weitergegeben.

Schon am 7. November hatten die Funkamateure auf den Philippinen die Katastrophenschutzorganisationen vor Ort unterstützt. Besonders zu erwähnen ist die Notfunk-Gruppe HERO (Ham Emergency Radio Operations). Sie war drei Tage vor dem Auftreffen des Taifuns in Alarmbereitschaft versetzt worden und hat seitdem Meldungen auf 7,095 MHz und 144,74 MHz abgesetzt. International sind für solche Notfälle spezielle Notfunk-Frequenzen definiert, die dann freigehalten werden. Weitere aktive Notfunkgruppen in der Region sind die Cebu Amateur Radio League sowie die Chocolate Hills Amateur Radio League (CHARL).

Es sind Amateurfunkstationen z.B. in Tacloban City aktiv. Weitere Amateurfunkstationen befinden sich in Iloilo City, Cebu City, Ormoc City, Roxas City, und Borongan in der Region Eastern Samar. Die Funkamateure des Verbands versuchen derzeit in Guiuan eine Amateurfunkstation aufzubauen. Dort hatte der Taifun Haiyan die Küste als erstes getroffen. Allerdings fehlt dafür die nötige Ausrüstung.

In einigen Fällen gaben die Funkamateure bereits Informationen über Vermisste. Als Kontakt sind auch folgende E-Mail-Adressen deutscher Rufzeichen nutzbar: Thelma Pascua, Amateurfunkrufzeichen DU1IVT (du1ivt(at)gmail.com) oder Ramon J. Anquilan, Amateurfunkrufzeichen DU1UGZ, (du1ugz(at)gmail.com). Die PARA hat mittlerweile den „Typhoon Yolanda Fund“ ins Leben gerufen und bittet befristet bis 14. Dezember um Unterstützung. Weitere Informationen sind auf der Webseite http://www.para.org.ph/index.htm zu finden.