Quartalszahlen enttäuschen Erneute Bilanz des Grauens für NOKIA

Der finnische Handy-Hersteller NOKIA hat die Ergebnisse seines 2. Geschäftsquartals 2013 vorgelegt. Im Gegensatz zu den Erwartungen von Finanzanalysten ging es wieder einmal abwärts – weniger Umsatz, weniger verkaufte Smartphones, sinkende Verkaufspreise und erneute Millionenverluste treiben den Aktienkurs nach unten.

Mit 5,67 Mrd. Euro Umsatz unterbot NOKIA seinen Umsatz des gleichen Zeitraums im Vorjahr um satte 24 %, vom Jahresbeginn sind bis heute 617 Mio. Euro Verluste angefallen.

Während der Kartendienst HERE mit “nur” minus 18 % Umsatz und Nokia Siemens Networks mit 17 % weniger Umsatz noch relativ gut darstehen, traf es den Geschäftsbereich “Devices & Servies”, der für den Verkauf von Handys steht, mit minus 32 % umso härter.

Bei den Smartphones, die ausschließlich Geräte der Lumia-Familie beinhalten, wurden 7,4 Mio. Einheiten abgesetzt, in Q2 2012 waren es noch 10,2 Mio. Smartphones (-27 %). Wenigstens den durchschnittlichen Verkaufspreis konnte NOKIA mit 157 zu 151 Euro leicht steiger - gegenüber den Preisen, die Apple und Samsung im iPhones und Galaxys erzielen, ist dies natürlich immer noch bescheiden.

Der Absatz mit Nicht-Smartphone-Handys sank ebenso von 73,5 Mio. Geräten auf nur noch 53,7 Mio. Stück, hier ging auch noch der durchschnittliche Verkaufspreis von ohnehin bescheidenen 31 Euro auf nur noch 26 Euro zurück, so dass am Ende ein Umsatzrückgang von 39 % zu Buche steht.

Wenn man sich die regionale Verteilung der Verkäufe ansieht, muss man feststellen, dass es keine Region gibt, wo NOKIA nicht zweistellig verloren hätte: In den USA, wo die Finnen ohnehin kaum stattfanden, ging der Verkauf von 600.000 Geräten in Q2 2012 nochmal um 100.000 Stück auf nur noch 500.000 Stück zurück.

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Nokia Handys - Tops und Flops

Die Geschichte der Nokia-Mobiltelefone reicht bis ins Jahr 1991 zurück. Nach anfänglich großem Erfolg mehrten sich allerdings die Flops.

Am brutalsten traf es NOKIA jedoch ausgerechnet im größten Wachstumsmarkt China: Ein Rückgang von 7,9 Mio. Geräten in Q2 2012 auf nur noch 4,1 Mio. Stück bedeutet minus 48 %. Auch Europa mit minus 26 %, Lateinamerika (minus 29 %) und das restliche Asien ohne China (ebenfalls minus 29 %) geben großen Anlass zur Sorge. Der mittlere Osten und Afrika mit “nur” minus 14 % haben sich damit noch am besten entwickelt.

Am Ende des Tages verkauften die Finnen mit 61,1 Mio. Geräten mehr als 20 Mio. Stück weniger als noch in Q2 2012. Die schlimmste Nachricht für CEO Stephen Elop dabei ist, dass sich der Markt an sich extrem gut entwickelt und alle anderen Top-Hersteller laufende Zuwächse verbuchen. Dies bedeutet im Umkehrschluß, dass NOKIA immer mehr Marktanteile verliert.

Und last but not least: NOKIA hatte ja 2012 ein rigides Sparprogramm eingeläutet, dem in den letzten 12 Monaten mehr als 25.000 Arbeitsplätze zum Opfer gefallen sind (heute arbeiten noch 87.771 Mitarbeiter für NOKIA, am 30.6.2012 waren es noch 113.562). Warum Nokia-CEO Stephen Elop nach einem weiteren dreistelligen Millionenverlust und den desaströsen Verkaufszahlen seinen Kommentar mit “We’re pleased….” begann, bleibt wohl sein Geheimnis.