Kopier-Fabrik aufgeflogen Chinesisches Ehepaar fälscht 41.000 iPhone 6

Das V-Phone ist eine hervorragende Kopie des iPhone 6 und schon länger online für etwa 185,00 Euro bestellbar.
Das V-Phone ist eine hervorragende Kopie des iPhone 6 und schon länger online für etwa 185,00 Euro bestellbar.

Die Pekinger Polizei hat eine Fabrik ausgehoben, in der ein chinesisches Ehepaar monatelang gefälschte iPhones hat nachbauen lassen. Dies ist allerdings nicht der erste Fall, in dem Kopien des Edel-Smartphones auftauchten.

In der von einem 43jährigen Mann und seiner 40jährigen Frau betrieben Fabrik sollen 41.000 Geräte im Wert von umgerechnet über 17 Millionen Euro produziert worden sein, heisst es in einem Social-Media-Account des Pekinger Amts für öffentliche Sicherheit. "Hunderte Arbeiter" sollen dazu angeworben worden sein.

Das Fälscher-Ehepaar soll die Fabrik mit sechs Montagebändern im Januar eröffnet und unter dem Deckmantel eines Wartungsgeschäfts für iPhones betrieben haben.

Bei einer Razzia Mitte Mai wurden 1400 Handys und zahlreiche Accessoires beschlagnahmt, dazu geab es 9 Festnahmen.

Nicht das erste Mal

"Marktführer" bei iPhone-Kopien ist das schon länger und im Internet bestellbare "V-Phone" für 185,00 Euro. Sowohl optisch als auch von Seiten der Software hat man sich hier wirklich Mühe gegeben, das Apple-Feeling des Iphones auf einem androidbasiertem Smartphone nachzuahmen. Auf den ersten Blick zeigen sich kaum Unterschiede zwischen Kopie und Original. Allerdings bietet das V-phone 6 nur mittelmäßige Hardware, sodass wohl kaum von einem Konkurrenzprodukt zum Iphone 6 gesprochen werden kann.

Angetrieben wird das V-Phone von einem Mediatek MT6582 Quad-Core Prozessor mit ARMs Cortex-A7 und einer Mali 400 GPU und einem GB Arbeitsspeicher. Im Antutu Benchmark schlägt sich das V-Iphone 6 mit etwa 18300 Punkten besser als viele andere minderwertige iPhone-Clones und erreicht in etwa die Leistung eines Samsung Galaxy S3.

Es gab sogar schon gefälschte Apple-Stores

Die chinesischen Behörden gehen seit einigen Jahren verstärkt gegen Produktfälschungen vor. Chinesische Unternehmen werden dazu aufgefordert, ihre Marken schützen zu lassen und sich Patente zu sichern.

Im Jahr 2011 wurden alleine in der Stadt Kunming 22 Smartphone-Geschäfte entdeckt und dokumentiert, die sich als Apple-Stores ausgaben.

Sofort schließen mussten die Geschäfte damals nicht. Die Behörde für Wirtschaft und Handel in der Hauptstadt der Provinz Yunnan erklärte aber, man habe den Läden die Nutzung des Apple-Logos verboten.

Auf die Fake-iPhone-Fabrik ist die Polizei durch einen Hinweis von US-Behörden aufmerksam geworden. Die Amerikaner hatten zuvor in der Fabrik produzierte Geräte beschlagnahmt.