Spezielle Version für China China Mobile soll eigenes TD-LTE-iPhone entwicklen

China Mobile, der größte Handy-Provider in China und Apple sollen nach einem Bericht der chinesischen Zeitung Southern Metropolis Daily eine Übereinkunft bezüglich der Entwicklung eines TD-LTE-iPhones durch China Mobile für den chinesischen Markt erzielt haben.

Die Zeitung zitiert Chairman Wang Jian-Zhou, der auf dem Aktionärs-Treffen von China Mobile am 19.5. diesbezügliche Pläne vorgestellt haben soll. Das von China Mobile entwickelte iPhone soll 2012 auf den Markt kommen.

Während offziell China United, der einzige Provider in China, der WCDMA einsetzt, der Exklusiv-Verkäufer für iPhones in China ist, sollen laut Wang bereits mehr als 4 Millionen Kunden von China Mobile mit einem iPhone telefonieren.

Ursprünglich wollte laut Wang China Mobile ein iPhone basierend auf dem Standard TD-SCDMA entwickeln, was von Apple jedoch abgelehnt worden sei.

Das TD-SCDMA-Verfahren (Time Division Synchronous CDMA) wurde noch vor der Jahrtausendwende von der Chinese Academy of Telecommunications Technology (CATT) und Siemens entwickelt, von der China Wireless Telecommunication Standards Group (CWTS) empfohlen und schließlich 1999 von der ITU zugelassen.

TD-SCDMA nutzt das TDD-Verfahren (Time Division Duplex), das den Uplink- und Downlink-Verkehr im gleichen Rahmen, aber in unterschiedlichen Zeitschlitzen überträgt. Das ermöglicht die flexible Zuweisung des Uplink- und Downlink-Spektrums in Abhängigkeit von der Art der zu übertragenen Information. Bei der Übertragung asymmetrischer Daten wie E-Mail und Internet von der Basisstation werden für den Downlink mehr Kanäle verwendet als für den Uplink. Bei symmetrischen Diensten, wie der Telefonie, werden Uplink und Downlink entsprechend symmetrisch aufgeteilt.

Auch bei TD-LTE liefern die Chinesen das Know-How, E-Plus will beispielsweise einen Feldtest durchführen, bei welchem das Unternehmen Frequenzen nutzt, die bei der Frequenzauktion im Mai 2010 ersteigert wurden. E-Plus kooperiert dabei mit China Mobile, das für den Netzbetrieb zuständig ist, und ZTE, das die Basisstationen liefert, die auf der SDR-Plattform basieren. Diese Basisstationen bieten eine integrierte LTE FDD/TD-LTE Lösung.

Bereits im vergangenem Jahr hatte E-Plus LTE Tests angekündigt, da ging es jedoch um den 900 MHz Bereich, also einem Refarming der GSM-Frequenzen. Für die Feldtests mit der TD-LTE-Technik werden Frequenzen im 2,6 GHz Bereich genutzt.

Bei der TD-LTE-Technik werden die gleichen Frequenzen für den UP- und Downlink verwendet. Es findet eine zeitliche Trennung statt, im Gegensatz zur FDD-LTE-Technik, die Unterschiedliche Frequenzen für den Up- und Downlink vorsieht. Die Trennung nach Zeitintervallen ist technisch etwas anspruchsvoller und tendenziell auch etwas störungsanfälliger, hat jedoch den Vorteil das vorhandene Frequenzspektrum effizienter zu nutzen.

Der 2,6 GHz Bereich eignet sich aufgrund der geringen Sendereichweite von wenigen hundert Metern besonders für Städte, der 800 und 900 MHz Bereich ist hingegen gut für ländliche Gebiete geeignet, der Senderadius beträgt mehrere Kilometer.