Erodierende Marktanteile Blackberry plant erneute Massenentlassungen

Laut einem Bericht des Wall Street Journal sollen beim Handy-Hersteller Blackberry nochmals bis zu 5.000 Arbeitsplätze wegfallen, um die Kosten zu senken und das zum Verkauf stehende und hohe Verluste erwirtschaftende Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen. Damit blieben von ehemals 16.000 Mitarbeitern weniger als die Hälfte übrig.

Laut dem Bericht des Wall Street Journal soll der Jobabbau “bis zu 40 Prozent” aller Stellen betreffen und bis zum Jahresende in mehreren Schritten vollzogen werden. Kein Unternehmensbereich bliebe davon unberührt. Da Blackberry nach jüngsten verfügbaren Angaben Ende März nach dem Abbau von rund 5.000 Stellen im Jahr 2012 noch 12.700 Mitarbeiter hatte, würden damit nochmals im Worst-Case rund 5.000 Arbeitsplätze wegfallen.

"Der organisatorische Umbau wird weitergehen, um sicherzustellen, dass wir die richtigen Leute auf den richtigen Posten haben, um neue Möglichkeiten im mobilen Markt anzuschieben", sagte ein Blackberry-Sprecher.

Die Hoffnung des Smartphone-Pioniers auf sein neues Betriebssystem Blackberry 10 erfüllten sich nicht: Nach Zahlen von IDC sank der Marktanteil von Blackberry am Smartphone-Gesamtmarkt im zweiten Quartal 2013 von rund 5 auf weniger als 3 Prozent. Der Umsatz war im Vergleich zum Vorjahr um 42 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar eingebrochen. Zudem machte das Unternehmen einen Verlust von 84 Millionen Dollar. Die Aktie, die ihren Höchststand bei 150 Dollar notierte, liegt nur noch bei etwa 4,5 % dieses Wertes.

Der größte Unternehmensbereich bei Blackberry ist die Produktentwicklung mit rund 5500 Mitarbeitern. Rund 1100 weitere Menschen arbeiten in Verkauf und Marketing, 800 in der Kundenbetreuung, 1400 in der Produktion und die restlichen 3900 sind in Verwaltung, IT und Netzwerk-Diensten beschäftigt.

Blackberry präsentierte am Mittwoch das Modell Z30, das einen Touchsreen mit 5 Zoll Größe hat. Der Konzern bietet damit vier Modelle mit dem OS Blackberry 10 an, von denen allerdings nur zwei mit reinem Touchscreen ohne die legendäre Blackberry-Tastatur arbeiten. Die Vorstellung des Gerätes war allerdings mehr als unglückglich getimt: Apple stellte am gleichen Tag sein neues Betriebssystem iOS 7 vor,was dazu führte, dass die Blackberry-Präsentation in der Presse marginal bis gar nicht vorkam.

Vor wenigen Wochen hatte Blackberry angekündigt, einen Käufer zu suchen – bislang jedoch offensichtlich ohne Erfolg.

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