Wireless Congress 2017 – Nachbericht Beste Aussichten – hohe Herausforderungen

Wireless Congress 2017 in München
Wireless Congress 2017 in München

An zwei Tagen im November ist München traditionell der Treffpunkt der Wireless-Experten. Zum 14. Mal lockte der Wireless Congress: Systems & Applications Fachleute für die Funkkommunikation aus Industrie und Forschung in die bayerische Metropole.

Am 15. und 16. November stand das Konferenzzentrum München ganz im Zeichen der Wireless-Kommunikation. Knapp 260 Teilnehmer, Referenten und Aussteller nutzten die zwei Tage, um sich über die aktuelle technische Entwicklung und kommende Trends zu informieren, sowie um sich mit anderen Funkexperten auszutauschen. Das auf beide Tage aufgeteilte Kongressprogramm mit drei Keynote-Vorträgen und 50 Fachvorträgen war in die Themenbereiche IIoT (Industrial Internet of Things), Automatisierungstechnik, LPWAN (Low Power Wide Area Network), Mobilfunk, Funktechnik und Sicherheit sowie die Standards Bluetooth und ZigBee aufgeteilt. Zwei Themenbereiche, IoT und Bluetooth, bildeten dabei den Schwerpunkt.

Industrie treibt IoT und 5G

Eröffnet wurde der 14. Wireless Congress am 15. November von Prof. Dr.-Ing. Axel Sikora (Bild), wissenschaftlicher Direktor des Instituts für verlässliche Embedded Systems und Kommunikationselektronik (ivESK) an der Hochschule Offenburg.

In der anschließenden Opening-Keynote „Driving Innovations for Industrial IoT“ prophezeite Len Jelinek (Bild 2), leitender Direktor und Chefanalyst bei IHS Markit ein starkes Wachstum, das er an der Anzahl der ICs verdeutlichte, die für Verbindungen zum Internet benötigt werden: Wurden 2016 etwa 11 Mrd. solcher ICs verkauft, steigt die Zahl auf rund 20 Mrd. ICs im Jahr 2021. Verglichen mit dem heutigen Stand wird bis 2021 insbesondere der Anteil der ICs deutlich zunehmen, die leitungsgebundene Verbindungen unterstützen.

 

    Bilder: 12

    Wireless Congress 2017

    Zwei Tage - 50 Vorträge

     

    Jelinek hat fünf Trends identifiziert, die das industrielle Internet der Dinge (IIoT) entscheidend beeinflussen:

    1. Viele Unternehmen wollen keine sensiblen Daten in eine Cloud auslagern, deshalb werden alternative Konzepte wie Edge- oder Fog-Computing entwickelt.
    2. Mit dem Sammeln und Auswerten von Sensordaten in der Produktion lässt sich die Produktivität steigern.
    3. Schwachstellen hinsichtlich der Sicherheit und Sicherheitsrisiken steigen mit der Zunahme der Internetverbindungen.
    4. Das steigende Alter der Arbeitnehmer ermöglicht es Anlagenbauern neue Geschäftsfelder zu erschließen, indem sie ihren Kunden IIoT-basierte Dienstleistungen wie z.B. Fernüberwachung und -wartung.
    5. Automatisierer werden ihre Fähigkeiten und ihr Angebot im IT-Bereich erweitern, um IIoT-gestützte Systeme anzubieten.

    5G wird bisherige Schwachstelle beseitigen

    Einziger Schwachpunkt ist nach Einschätzung von Jelinek, dass es keinen allgemeinen Standard für die Funkkommunikation gibt, der eine Interoperabilität gewährleistet. Dieses Defizit wird jedoch bald beseitigt und zwar durch 5G. Die kommende fünfte Generation des Mobilfunks integriert industrielle Anforderungen an die Funkkommunikation in den Mobilfunkstandard. Jelinek formulierte in Kurzform: 5G = Breitband + Industrie. Für ihn ist die Industrie der wesentliche Treiber der 5G-Entwicklung und nicht wie bisher der Mobilfunkanwender und mobile Internetnutzer.