IMEC und TSMC: Zusammenarbeit bei »More-Than-CMOS«

Luc van den Hove, CEO und President der europäischen Forschungseinrichtung IMEC (Leuven, Belgien) kündigte auf dem International Electronics Forum in Dresden an, eine »More-Than-CMOS« genannte Hybrid-Prozesstechnik für die taiwanesische Foundry TSMC zu entwicklen.

Laut van den Hove wird das IMEC sogenannte CMORE-Plattformen für spezische Anwendungen entwickeln, bei denen basierend auf einem BiCMOS-Prozess HF-Komponenten, MEMS, bioelekrische Schnittstellen, chemische und optische Sensoren, Logik und Speicher vereint werden können.

Dazu soll in Belgien eine ältere 200-mm-Produktionslinie verwendet werden, die sich nach Aussage von van den Hove für diese CMORE-Prozesse eignet.

Nutzniesser der Forschungsergebnisse des IMEC soll die weltgrößte Foundry TSMC werden. Van den Hove erklärte, dass TSMC vor dem typischen »Henne-und-Ei«-Problem stehe: Solange keine entsprechende Marktnachfrage bestehe, könne eine Foundry auf Grund von wirtschaftlichen Überlegungen keine Spezial-Prozesse entwickeln und die Nachfrage wird solange nicht generiert, wie kein derartiger Prozess zur Verfügung steht.

IMEC sei jedoch in der Lage, mit Kunden auf Basis von geringen Volumnia zusammenzuarbeiten. Wenn dann eine Nachfrage nach größeren Volumina erzeugt würde, könne der Prozess an TSMC weitergegeben werden. Die große Herausforderung bei derartigen Arbeiten bestehe darin, entweder eine hinreichend große Kundenzahl zu finden oder einige wenige Kunden, die aber entsprechende große Volumina produzieren liessen. Mögliche Einsatzfelder sieht van den Howe u.a. in der Medizintechnik oder Messtechnik.