ST Microelectronis Zufriedenstellender Umsatz, aber immer noch hohe Verluste

Der Halbleiterhersteller ST Microelectronics hat im ersten Quartal 2013 fast den identischen Umsatz erwirtschaftet wie im Vergleichsquartal 2012, es fielen allerdings immer noch Verluste in dreistelliger Millionenhöhe an.

Mit 2,01 Mrd. Dollar Umsatz blieb ST Microelectronics nur gering unter dem Umsatz von Q1 2012 (2,02 Mrd.Dollar). Im Vergleich zum letzten Quartal (Q4 2012), wo 2,16 Mrd. Dollar erzielt wurden, gab es einen vergleichsweise moderaten Rückgang um 7,2 %.

Dank des beschlossenen Ausstiegs aus dem Joint-Venture ST-Ericsson und den damit verbundenen Restrukturierungskosten reichten die Einspramaßnahmen (so wurden die Investitionen für Forschung und Entwicklung gegenüber dem Vorjahresquartal um 100 Mio. Dollar von 633 auf 533 Mio. Dollar reduziert) jedoch nicht aus, einmal mehr einen Verlust in dreistelliger Millionenhöhe abzufedern: 297 Mio. Dollar Miese stehen am Ende zu Buche.

Insgesamt rechnet ST mit Ausstiegskosten von 350 bis 450 Mio. Dollar, von denen in Q1 2013 jetzt die ersten 83 Mio. „verbraucht“ wurden – weitere Verluste bis zur endgültigen Abwicklung von ST-Ericsson Ende Q3 2013 sind daher mehr als wahrscheinlich.

Erfreulich stellen sich folgende Entwicklungen dar: Der Anteil des Distributionsgeschäftes konnte von 21 % in Q1 2012 über 23 % in Q4 2012 auf jetzt 25 % gesteigert werden. In mehreren Geschäftsfeldern konnten dazu im Vergleich zu Q1 2012 Umsatzzuwächse erzielt werden, im einzelnen sind dies Analog & MEMS (AMS), Industrie- und diskrete Leistungshalbleiter (IPD), Mikrocontroller, Speicher und Sicherheit (MMS) und die sogenannte Digital-Convergence-Gruppe (DCG), die einige signifikante Design-Wins für in 28-nm-FDSOI-Prozesstechnik gefertigte ASICs verbuchen konnte.

Für das 2. Quartal erwartet ST ein Umsatzwachstum von 3 % - mit dann hochgerechneten 2,07 Mrd. Dollar Umsatz würde man die 2,15 Mrd. Dollar aus Q2 2012 dann um rund 80 Mio. Dollar verfehlen.