Forum Funktionale Sicherheit Wie wird ein System zertifizierbar?

Kaum ein Thema wird derzeit so heiss diskutiert wie Funktionale Sicherheit. Auf dem WEKA-Forum am 9. und 10. Juli in München referieren Experten u.a. vom TÜV und aus den Bereichen Industrie sowie Automobilbau, was es bedeutet, Systeme nach IEC 61508 und ISO 26262 zertifizierbar machen zu müssen. Verschiedene Workshops von HW- und SW-Herstellern zeigen praktische Lösungen auf.

Um den Mehrwert für die Kongressteilnehmer zu maximieren, werden durch das WEKA-Forum "Funktionale Sicherheit" alle relevanten Themen umfassend abgedeckt. Dies sind im Einzelnen:

Funktionale Sicherheit im Maschinen- und Anlagenbau

Spätestens seit Inkrafttreten der neuen Maschinenrichtlinie 2006/42/EG und den Änderungen bezüglich der einschlägigen Fachnormen im Umfeld sicherheitsgerichteter Maschinensteuerungen – etwa der Ablösung der EN 954-1 durch die neue EN ISO 13849-1 – sind die Anwender mit neuen und zum Teil komplexen Anforderungen in puncto Safety konfrontiert. Die Kongress-Teilnehmer erfahren, wie sie diese Herausforderungen meistern können beziehungsweise wie sie Schritt für Schritt zur „sicheren" Maschine oder Anlage gelangen – und dies insbesondere unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit. Denn eines ist klar: Ein Plus an Safety darf die Effizienz beziehungsweise Verfügbarkeit der Produktion keinesfalls schmälern.

Ergänzt werden die Vorträge durch zwei Workshops zu den Themen "Sicher programmieren" und "Sicher kommunizieren über Ethernet", in denen Experten unterschiedlicher Hersteller ihre Lösungen gegenüberstellen.

Funktionale Sicherheit im Bereich Elektronik

Funktionale Sicherheit ist zunächst ein merkwürdiger Begriff, denn er beschreibt eine Eigenschaft, die Anwender und Entwickler eines Systems grundsätzlich voraussetzen. Nämlich, dass sich ein Gerät oder System so verhält, wie es laut Spezifikation soll.

Jeder Nutzer eines PC oder SmartPhone dürfte aber auch schon erlebt haben, dass sich ein System nicht so verhält, wie es sollte. Beim PC oder SmartPhone ist das Auftreten von Fehlern ärgerlich, aber verschmerzbar. Wenn es jedoch um sicherheitsrelevante Anwendungen geht, bei denen Menschen zu Schaden kommen können, dann ist dieses Risiko nicht akzeptabel.

Hier kommt dann die Funktionale Sicherheit ins Spiel, die in den Normen IEC 61508 und ISO 26262 definiert, über welche Eigenschaften ein solches System verfügen muss. Wir zeigen, welche Maßnahmen Entwickler in der Praxis ergreifen müssen und welche Prozesse und Zertifizierungsmöglichkeiten es gibt, um diese Eigenschaft der Funktionalen Sicherheit erfüllen zu können. Denn wer in sicherheitsrelevanten Systemen die Bedingungen der Funktionalen Sicherheit nicht erfüllt, findet sich schneller als gedacht vor Gericht wieder.

In einem ganztägigen Workshop zeigen die Halbleiter-Hersteller Infineon, Freescale, Texas Instruments, Altera, Xilinx und Microsemi auf, welche Unterstützung ihre Hardware-Chips nebst Software-Bibliotheken und Dokumentationen beim Aufbau sicherer Systeme leisten können.

Funktionale Sicherheit im Bereich Automotive

Sicherheit ist eines der Grundbedürfnisse des Menschen, insbesondere wenn er im Fahrzeug unterwegs ist und der Technik vertrauen muss. Je mehr Elektronik ins Auto kommt, desto höher sind die Anforderungen an deren Qualität. Fehlfunktionen und Ausfälle elektronischer Systeme können schnell zu Unfällen führen – meist sogar mit Personenschaden.

Der aus der Prozessindustrie kommende Standard IEC 61508 konnte die Bedürfnisse der Automobilindustrie nicht mehr vollständig abdecken. Daher musste für den Automotive-Bereich ein eigener Sicherheitsstandard entwickelt werden. Somit schlug die Geburtsstunde der ISO 26262. Diese „umfasst alle Aktivitäten zur Entwicklung sicherheitsrelevanter E/E-Systeme – von der Konzeptionierung, Entwicklung, Produktion, Betrieb bis hin zu Service-Prozessen.“ Dementsprechend müssen alle an einem Strang ziehen: angefangen vom Automobilhersteller über Automobilzulieferer, Komponenten- und  Tool-Hersteller bis hin zum Prüfinstitut.

Wie weit der Entwicklungsstand fortgeschritten und die bisherige Umsetzung der ISO 26262 erfolgt ist, bildet der Automotive-Teil des „Forums Funktionale Sicherheit“ ab. Wir werden dieses Thema umfassend abdecken – angefangen von den digitalen und analogen Bauteilen und der Software über Subsysteme bis zur Systemintegration und sicheren Kommunikation.

Bereits am 8. Juli 2013 findet für Einsteiger ein Basis-Seminar "Sicherheitsgerichtete Software - Anforderungen und Lösungen" statt.

Jeder Kongressteilnehmer erhält automatisch das gemeinsam von den Marken Computer&Automation, Elektronik und Elektronik Automotive herausgegebene Sonderheft "Funktionale Sicherheit", in dem sich nicht nur ausgewählte Kongress-Vorträge in Textform, sondern auch weitere Top-Fachartikel zum Thema "Funktionale Sicherheit" befinden.

Anmelden können Sie sich einfach über die Kongress-Webseite:
www.funktionale-sicherheit-forum.de.