Intel schweigt Was ist eigentlich mit den 14-nm-Chips?

Eine Energiemessung zeigt den Vergleich der aktuellen 22-nm-Chips (Haswell) mit der zukünftigen 14-nm-Generation (Broadwell).
Eine Energiemessung zeigt den Vergleich der aktuellen 22-nm-Chips (Haswell) mit der zukünftigen 14-nm-Generation (Broadwell).

Normalerweise kündigt Intel auf seiner Entwicklerkonferenz IDF in San Francisco mit großem Brimborium seine zukünftigen gemäß Moores Law geschrumpften Fertigungstechnologien an - diesmal schwieg der Chip-Riese. Dabei sind die Fortschritte der neuen Prozessor-Generation "Broadwell" signifikant.

Im Gegensatz zu früheren Technologie-Schritten wie der Einführung der 22-nm-Fertigung im Jahr 2011 hat Intel bislang noch nichts über den zukünftigen 14-nm-Prozess berichtet. Auch wenn keine besonderen Innovationen wie "3D-Transistoren" (FinFETs ), High-K/Metal-Gates oder gestrecktes Silizium zu erwarten sind, ist die Einführung einer weiteren Verringerung der Strukturgröße (der "Tick" in Intels "Tick-Tock"-Modell) immer eine große Ankündigung für das Unternehmen. Auf dem IDF 2013 gab es jedoch überraschend wenig zu hören.

CEO Brian Krzanich pries in seiner Keynote am 1. Tag die 14-nm-Fertigung als Teil von "Intels Wettbewerbsvorteil" an. President Renee James sprach über die Fortsetzung des Mooren Gesetztes bei Intel und davon, das das Unternehmen nun über die Entwicklung jenseits der 14 nm hinausblicken kann, wo dieser Schritt nun in der Produktion sei. Beide Aussagen sind zwar richtig, aber alles andere als sensationell oder neu.

Am zweiten Tag des IDF zeigte Kirk Skaugen eine Demo , die den Energieverbrauch von Haswell und seines Nachfolgers Broadwell auf einer Iso-Performance-Basis im Benchmark Cinebench verglich. Da Broadwell ein "Tick" in Intels Tick-Tock-Modell ist, dürften keine großen Änderungen an der Mikroarchitektur vorgenommen worden sein. In der gezeigten Demo wurden APUs aus der Y-Serie verglichen, die in High-End-Tablets zum Einsatz kommen sollen. Während Haswell während des Ablaufs von Cinebench eine Leistungsaufnahme von 6,8 W aufwies, erzielte Broadwell die identische Rechenleistung bei 4,9 W . Das entspricht einer 28%igen Reduktion nur durch die neue Fertigungstechnik. Taktfrequenzen des Haswell- und Broadwell-Chips wurden nicht angegeben, klar ist lediglich (aus physikalischen Gründen), dass der Broadwell-Chip dieselbe Rechenleistung bei einer geringeren Taktfrequenz als Haswell erreicht.

Mit Broadwell soll nicht nur weniger Energie verbraucht werden, sondern auch die Rechenleistung gesteigert werden können – was in Abhängigkeit der Taktfrequenz und Versorgungsspannung sicherlich der Fall sein dürfte. Auf welchen Betriebspunkt Intels Kunden die Chips einstellen, wird davon abhängen, ob sie eher eine höhere Rechenleistung oder eine niedrigere Leistungsaufnahme im Fokus haben – oder beides in jeweils geringerem Ausmaß. Intel behauptet, dass Broadwell gegen Ende des Jahres an Kunden ausgeliefert werden wird, was bedeutet, dass Produkte mit Broadwell-Chips um das Ende des ersten Quartals 2014 zu erwarten sind. Da Intel sich darauf fokussierte, zunächst Ultrabook- und Tablet-Versionen zu zeigen, wird die erste Generation von Broadwell-Chips höchstwahrscheinlich in dieser Produktkategorien gehen. Wie wir auch wissen, zeigen aktuelle Roadmaps für Broadwell-Produkt keine Versionen für Desktop-PCs – Intel scheint endgültig im Mobilgeräte-Zeitalter angekommen zu sein.

Auf der Silvermont-Seite der Dinge wird es leichter sein für Intel: Die 14-nm-Airmont-Chips werden voraussichtlich auch weitere architektonische Verbesserungen enthalten und voraussichtlich in etwa einem Jahr erscheinen. Zu diesem Zeitpunkt sollte Intel schon ein paar Iterationen der 14-nm-Fertigung hinter sich haben, was zu einer verbesserten Chip-Ausbeute führen dürfte.